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    Schöne neue Energiewelt?
    05-03-2021

    Schöne neue Energiewelt?

    Welchen Anteil “die Erneuerbaren” an unserem energieintensiven Leben haben - und wie wir mit klugen Entscheidungen diesen Trend unterstützen können

    Es ist schon einiges geschehen und es geschieht auch aktuell so manches, doch ist man dann doch wieder überrascht, dass der Anteil der fossilen Energieträger noch immer bei etwa 80% liegt, der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtvolumen jedoch magere 14% (nach einigen Quellen 17%) beträgt.

    Nach seriösen Schätzungen sollen die Vorräte der fossilen Energie nur noch für etwa 100 Jahre reichen - Optimisten meinen an die 200 Jahre -, dann ist Schluss mit Licht und Computerspiel, mit kuscheliger Wärme und grenzenloser Mobilität, außer ... wir waren fähig, die erneuerbaren Energieträger so rasch und effizient auszubauen, dass sie den ganzen Energieaufwand, der in einem hochindustrialisierten Land anfällt, stemmen können.

    Es gibt in Zukunft also keineswegs mehr die Alternative - “fossil” oder “erneuerbar” und die Kombination von “fossil” und “erneuerbar” kann nur eine Übergangslösung sein: Erneuerbar wird zur Pflicht, kann kein liebäugelndes Geplänkel mehr sein, sondern muss Realität werden - dessen sind sich auch die Entscheidungsträger (hoffentlich) bewusst.

    Dennoch beschleicht einen immer wieder das seltsame Gefühl, dass der Ernst der Lage noch nicht wirklich durchgedrungen ist - solange das Licht noch brennt und das Auto an der nächsten Tanke noch Kraftstoff schlürfen darf, denkt man: “Geht ja noch!” und macht weiter wie gehabt.

    Doch blicken wir lieber hoffnungsvoll in die Zukunft - es gibt ja einige sehr vielversprechende Ansätze zur Entwicklung und Weiterentwicklung alternativer Energieträger - und je mehr wir darüber wissen und auch aktiv daran teilnehmen, desto rascher wird sich etwas zum Guten ändern können.

    Die Technologien für die Nutzung der fossilen Energieträger sind ausgereift und effizient, durch jahrelange Erfahrung und Forschung bezüglich des Umgangs damit. Auch diese Effizienz ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn es bedeutet, mit den gegebenen Schätzen dieser Welt sorgsam umzugehen.

    Parallel dazu ist es erfreulich zu beobachten, wie es doch mehr und mehr Anstrengungen gibt, eine Trendwende einzuläuten. Dabei gibt es höchst erfinderische Ideen, und wenn manche vielleicht im ersten Moment auch illusorisch wirken mögen, so ist gerade dabei Kreativität ein großes Plus - das Denken in neuen Bahnen.

    Bei der Entwicklung neuer Ideen passiert es allerdings auch immer wieder, dass Technologien, die zunächst begeistert als bahnbrechende Innovation gefeiert wurden, sich in der Praxis jedoch keineswegs als so umweltfreundlich herausstellen. Umso mehr heißt es, gerade dort weiter zu tun, wo man schon gute Erfolge einfahren konnte, sich die Praxistauglichkeit schon bewiesen hat. Und an den noch nicht so ausgereiften Projekten dran zu bleiben.

    Doch nun erst mal zu den bereits dato gut funktionierenden Alternativen, die in manchen Bereichen schon deutliche Erträge lukrieren.

    Die hauptsächlichen Lieferanten erneuerbarer Energien sind in Deutschland an erster Stelle Biomasse gefolgt von Windenergie, Photovoltaik, Biokraftstoffen und Wasserkraft.

    Die Aufschlüsselung folgt den einzelnen Sektoren, für die Energie bereitgestellt wird:

    Strom - Wärme - Verkehr.

    Für Strom werden etwa 53% der erneuerbaren Energien bereitgestellt, das bedeutet, dass hier bereits etwa 46% nicht mehr aus fossilen Quellen gespeist werden, womit das Ziel von 35% für das Jahr 2020 deutlich übertroffen wurde. Den Hauptanteil hierfür stellt die Windkraft, der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung bleibt seit einigen Jahren etwa gleich groß, in etwa derselben Größenordnung ist der Anteil der Photovoltaik, die weiter ausgebaut wurde.

    Die Anteile der erneuerbaren Energien in den Bereichen Wärme und Verkehr liegen bei 15% und 5,6% - dieses Niveau ist allerdings seit einigen Jahren gleich geblieben.

    Den größten erneuerbaren Anteil an der Wärmeproduktion hat Biomasse, und hier wiederum vor allem Holz in unterschiedlichen Nutzungsformen. Zur Wärmeproduktion tragen auch Geothermie und Solarthermie bereits einiges bei.

    Kommen wir zum Verkehr und den Biokraftstoffen - ein nicht ganz einfaches Kapitel.

    Schon seit einigen Jahren ist es in etlichen Ländern gesetzlich festgelegt, zum Diesel einen bestimmten Prozentsatz von sogenanntem Bio-Diesel zu mischen. In Deutschland beträgt dieser verpflichtende Anteil 4,4%.

    Da die Bezeichnung “Bio” in diesem Zusammenhang etwas irreführend ist - es bedeutet nur, dass der Diesel pflanzlichen Ursprungs ist -, spricht man auch von Agro-Diesel.

    Seine Wirksamkeit für den Umweltschutz ist höchst umstritten. Nicht nur, dass er ebenso wie fossiler Kraftstoff umweltschädliche Partikel absetzt, so müssen für seine Bereitstellung riesige Monokulturen angelegt werden, in Europa sind das Raps und in geringerem Maße andere Ölsaaten wie zum Beispiel Sonnenblumen. Der Anbau verschlingt ja auch noch zusätzlich Energie und belegt Flächen, die sonst dem Anpflanzen von Nahrungsmitteln für Menschen dienen könnten.

    Dieses kurze Streiflicht auf “die Erneuerbaren” sollte zeigen, dass es besonders im Stromsektor gut vorangeht. Als Endverbraucher kann man sich in diesem Bereich schon über viel Nachhaltigkeit freuen - und auch seinen Stromanbieter nach diesen Gesichtspunkten wählen. Da es hier bereits eine ganze Fülle an Angeboten gibt, lohnt es, sich erst mal auf den Bewertungsplattformen wie Erfahrungenscout umzuschauen, um sich fundierte Entscheidungskriterien zu holen. Interessierte können sich hier gleich mal in die Bewertungen von Entega oder Innogy vertiefen, um ein wenig Einblick zu bekommen.

    Der beste Umweltschutz ist und bleibt jedoch, den eigenen Energieverbrauch ehrlich zu analysieren und maßvoll im Verbrauch zu werden. Auch wenn das nicht sonderlich attraktiv klingt - doch so schützen wir Klima und Biosphäre am effektivsten.

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