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    Was Sie über den Energiemarkt in Deutschland 2021 wissen sollten
    01-03-2021

    Was Sie über den Energiemarkt in Deutschland 2021 wissen sollten

    Energie ist Leben - Leben ist Energie: Wie sorgen wir dafür, dass wir mit Energie am Leben bleiben, so und so? Eine Bilanz.

    Es gibt wahrscheinlich niemanden, der sich noch nie Gedanken über Energie gemacht hat - und sei es deshalb, weil die letzte Stromrechnung so hoch war.

    Energie - ja, genau, jene Energie, die unsere Häuser beleuchtet und warm hält, uns unsere Mobilität ermöglicht, den Lifestyle und all die Bequemlichkeiten. Wir gebrauchen sie Tag für Tag, sie ist wie selbstverständlich “da”, kommt aus der Steckdose, aus der Zapfsäule, lodert als orangerote Flamme im Ofen. Betreibt Handys und Autos, Förderbänder und Neonreklamen.

    Aus der Steckdose?
    Aus der Zapfsäule?
    Aus dem Ofen?

    Wo kommt sie her, die Energie, die wir brauchen?

    Wo sollen wir beginnen? Vielleicht gleich mal in der Vergangenheit - in der fernen Vergangenheit … als sie entstanden, unsere fossilen Energieträger, die uns schon so viel ermöglicht haben und uns jetzt so viel Kopfzerbrechen machen.

    Fossile Energien - das sind Kohle, Erdöl und Gas. Großartige Energieträger, man muss sie schon mal etwas rehabilitieren - doch wie bei allem, das im Übermaß gebraucht wird, kommt es irgendwann zu Problemen.

    Wie sieht es in Deutschland derzeit mit diesen drei altehrwürdigen Herrschaften aus?
    Sie sind noch immer voll im Geschehen - noch sorgen sie für etwa 80% des Gesamt-Energievolumens, das für 80 Millionen Individuen bereitgestellt werden muss. An erster Stelle steht hier natürlich die Mobilität, sprich unser vierrädriger Freund, das Auto und dann natürlich der (immer mehr zunehmende) Lastenverkehr.

    Aber auch Strom zum Beispiel wird noch mit einem Gutteil fossiler Energien hergestellt - mittels Erdgas, Stein- und Braunkohle. “Kohlestrom” wird als die klimaschädlichste Art der Energie überhaupt betrachtet - Kohle ist leider noch immer zu 30% beteiligt an der Stromproduktion, wovon 10% auf Steinkohle entfallen, 20% auf die noch umweltschädlichere Braunkohle.

    Doch um auch etwas Positives zu sagen: Kohlestrom ist rückläufig.
    Ein noch weniger erfreuliches Kapitel - mit allerdings erfreulichen Aussichten - stellt die Kernkraft dar. Lange Zeit galt sie als saubere und billige Energie, doch mittlerweile weiß man, dass sie weder das eine noch das andere ist. Als man noch an den “ewigen Fortschritt” glaubte und in der Kernenergie das passende Werkzeug hierzu, das Energie ohne Ende liefern würde, hat man gleich mal etliche Atommeiler aufgestellt, die ersten in Bayern, im guten Glauben, damit das Allerbeste für Bevölkerung und Umwelt zu schaffen: Unmengen von Energie, kein CO2-Ausstoß, keine Abhängigkeit von Erdöl und Gas aus politisch unsicheren Ländern und zahlreiche Arbeitsplätze - man war regelrecht euphorisch. Die bereits damals zum Großteil bekannten Gefahren war man sicher, im Griff zu haben.

    Welch ein fataler Irrglaube!

    Es gab zwar eine zeitlang ein Hin und her bezüglich der Atomkraft, immer mal wieder wurde angedeutet, dass man ja vorhabe “zurückzurudern”, gerne dann, wenn wieder einmal irgendwo ein Atommeiler Tote gefordert hatte, doch prinzipiell blieb man dabei - und kurz vor der Katastrophe von Fukushima wurde sogar noch der Vertrag über die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke verabschiedet.

    Immerhin war man dann flexibel genug, um diese Laufzeit-Vereinbarung sofort für null und nichtig zu erklären und zu beschließen: Wir steigen aus der Kernenergie aus!

    Derzeit laufen in Deutschland noch 6 Kraftwerke, deren letztes jedoch Ende 2022 abgeschaltet werden soll. Dass das Atomzeitalter trotzdem noch lange nicht vorbei ist, dafür sorgen die “Reste” dieser verheerenden Ära: der Atommüll, der noch jahrhunderttausendelang strahlen wird und möglichst nicht mit der Biosphäre in Berührung kommen sollte.

    Ein erfreuliches Kapitel: die Erneuerbaren

    An erster Stelle bei der Stromproduktion durch “Erneuerbare” steht in Deutschland die Windkraft. Insgesamt gibt es fast 30 000 Windkraftanlagen “Onshore”, also am Festland, hinzu kommen noch etwa 1500 Offshore-Windparks - hierbei stehen die Windräder “offshore” in flachen Küstengewässern der Meere. Saubere Energie.
    Doch nichts, was nicht auch eine Kehrseite hat.
    Bei den Windrädern wird oft der Lärm bemängelt, den sie machen. Daher soll festgelegt werden, dass zwischen Wohnsiedlungen und Windrädern ein Mindestabstand von 1000 Metern eingehalten wird.
    Ein weiteres Kapitel ist der Tierschutz. Die Flügelspitzen einer Windkraftanlage erreichen im vollen Betrieb eine Geschwindigkeit von etwa 200 km/h und sind ein großes Problem für Vögel. Beim Offshore-Windpark werden durch den Schall, der sich im Wasser ungehindert ausbreitet, ebenfalls Tiere gestört, zum Beispiel Wale, die sich an Schall orientieren..

    Biomasse

    ist einer der wichtigsten erneuerbaren Energieträger in Deutschland. Sie ist vielfältig einsetzbar - mit ihr kann flüssiger und fester Kraftstoff gewonnen werden, Wärme und Strom. Zur Biomasse gehören zum Beispiel aber auch die für den Gewinn von Bio-Diesel oder Agro-Diesel angebauten Ölsaaten wie etwa Raps. Es stellt hier paradoxerweise eine Herausforderung dar, die Erzeugung diesen Anteils der Biomasse selbst nachhaltig zu gestalten.
    Biomasse sind aber auch organische Abfälle, auch Altöle und Tierfette, die so als erneuerbare Energie eingesetzt werden.

    Auch die Photovoltaik hat bereits einen etwa 10%igen Anteil als Energieversorger an der Stromproduktion - am Gesamtenergievolumen ist ihr Beitrag jedoch noch verschwindend gering.
    Bei der Photovoltaik wird Licht per Solarzellen direkt in elektrische Energie umgewandelt. Auf Dachflächen oder auch in Freiflächenanlagen finden die Paneele mit den Solarzellen ihren Platz. Anfangs galt die Photovoltaik als teure Energie, weil die Herstellung der Solarzellen kostspielig war - doch durch die hier nun geringeren Produktionskosten stimmt diese Einschätzung nicht mehr, Solarenergie lohnt sich mittlerweile.

    Energiewirtschaft und Konsument: Wo bekomm ich meine Energie her?

    Ende der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts war es soweit: Das “Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts” trat in Kraft und liberalisierte den Energiemarkt in Deutschland: Was davor staatlich genau reguliert war, eine Art Monopol-Korsett, war nun dereguliert und “frei”.
    Zahlreiche Energieunternehmen drängten auf den Markt und boten ihre Dienste an, man erhoffte sich dadurch steigenden Wettbewerb untereinander und damit einhergehend attraktive Angebote für die Endabnehmer.
    Die Energieversorgung war nun also auch in der freien Marktwirtschaft angekommen.

    Anfangs konnte man sich hin und wieder des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein gnadenloser und teilweise auch unfairer Wettlauf, ja fast ein “Kampf in freier Wildbahn” stattfand - der Stärkere, der Schnellere hatte die Nase vorn und sorgte mit mehr oder weniger Ellbogentechnik dafür, dass er dort seinen Platz auch behaupten konnte. Um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern, wurde 2005 die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde geschaffen, die seither ein Auge drauf wirft, dass die Verhältnisse beim Stromnetz-Zugang für alle Anbieter fair gehandhabt werden.

    Was ist von der Liberalisierung geblieben, jetzt, mehr als 20 Jahre danach?

    Zunächst gab es tatsächlich sinkende Energiepreise, doch damit war es dann nach einer Weile wieder vorbei: Die Preise sind jetzt sogar höher als “anno Monopol”. Das liegt aber auch unter anderem daran, dass der Emissionshandel auf fossile Energieträger eingeführt wurde. Wenn auch schon ein großer Teil des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern produziert wird, so stammen, umgekehrt betrachtet, ja noch immer mehr als 50% aus fossilen Energien.
    Dazu kommt, dass das Anti-Atomprogramm und die Abkehr von der Kernenergie seit Fukushima dazu führt, dass es nun nach dem Abschalten mehrerer Kraftwerke weniger Atomstrom gibt - was das Angebot natürlich weiter etwas verknappt und daher zu Preissteigerungen führt.
    Andererseits wirkt sich das Angebot der überregionalen Energieversorgung wiederum positiv auf die Preisgestaltung aus: Man ist schon lange nicht mehr an das regionale Energieunternehmen gebunden, und es gibt mittlerweile auch die passende Technologie, um von einem zentralen Standort aus auch weiter entfernte Kunden zu beliefern.

    Ein großes Plus, das die Liberalisierung brachte, ist die verstärkte Trendwende hin zu den erneuerbaren Energien. War davor vielleicht der Anreiz zu niedrig, um sich zu engagieren, so hat die Deregulierung dazu geführt, dass man sich um Innovationen bemühte und die Tendenz hin zu den alternativen Energieträgern angekurbelt wurde.

    Mehr Transparenz für mehr Energieeffizienz

    Die Trendwende in Richtung erneuerbare Energien geht sinnvollerweise Hand in Hand mit dem Bemühen um mehr Energieeffizienz. Dabei geht es nicht vorrangig ums “Energiesparen” im Sinne von “Abschalten”, sondern darum, die vorhandenen Kapazitäten so gut wie möglich zu nutzen und sorgsam damit umzugehen sowie auch darum, Technologien zu fördern, die Energieeinsparung erlauben bei gleicher Leistung. Wer kennt sie nicht, die sogenannten “Stromfresser” - Geräte mit veralteter Technologie, die nicht nur zur Belastung für die Geldbörse ihrer Besitzer werden, sondern aufgrund fehlender Nachhaltigkeit der Umwelt eine Mehrlast aufbürden, die sich durch effizientere Technologien vermeiden lässt.
    In dieser Hinsicht war und ist es hilfreich, hier auch für den Verbraucher Transparenz zu schaffen, indem er seine Verbrauchsdaten einsehen und auf diese Art seinen Energieverbrauch kontrollieren kann.

    Nach diesem Streifzug durch die deutsche Energielandschaft fragt man sich vielleicht, ob man selbst den richtigen Anbieter gewählt hat?
    Dies herauszufinden ist nicht ganz einfach, eben weil es eine so große Auswahl gibt: Welchem soll man sein Vertrauen schenken?
    Der erste Schritt ist, sich erst mal zu überlegen, was einem bei einem Energieanbieter wirklich wichtig ist. So verrückt das jetzt klingt, es kann sein, dass Sie das gar nicht so genau wissen, weil einfach schon so viel in Ihrem Kopf herumschwirrt an Informationen.

    Einen guten Überblick können Sie auf Vergleich- und Bewertungsplattformen finden - da bekommen Sie mal eine erste Übersicht. Sie können Sie auf Bewertungsplattformen auch direkt den Namen eines Anbieters aufrufen, der Ihnen interessant erscheint, und finden da nicht nur eine Kurzbeschreibung des Unternehmens, sondern auch zahlreiche Bewertungen durch Kunden - eine wertvolle Entscheidungshilfe. Hier können Sie sich so etwas mal ansehen, für das Unternehmen Mainova, einem Anbieter von Wasser, Strom und Gas. Weitere interessante Details erfahren Sie auch hier über Lition und R(h)einpower, beides ebenfalls Energieanbieter.
    Wenn Sie dann mal Ihre eigenen Erfahrungen mit diesem oder jenem Energieunternehmen gemacht haben, könne auch Sie sich, zum Beispiel auf Erfahrungenscout, dazu äußern.
    Je mehr Meinungen und Rezensionen auf solchen Plattformen erscheinen, desto verlässlicher sind sie in ihrer Aussage - deshalb: Machen Sie mit! Schreiben auch Sie Ihre ehrliche Meinung und helfen damit vielen nach Ihnen, die sich an Ihren Ausführungen orientieren können!

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