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    Was sollten Käufer bei Schnäppchen-Angeboten im Internet beachten?
    07-05-2021

    Was sollten Käufer bei Schnäppchen-Angeboten im Internet beachten?

    Der Online-Handel bestimmt seit geraumer Zeit das Konsumverhalten und ist durchzogen von Rabattschlachten, Sonderaktionen und Schnäppchen. Käufer haben so die Möglichkeit, kräftig Geld zu sparen. Die vielen Transaktionen haben jedoch auch eine Kehrseite, da sie vermehrt Betrüger auf den Plan gerufen haben. Zudem nutzen auch vermeintlich seriöse Händler einige Maschen, um das Kaufverhalten der Verbraucher gezielt zu lenken. Aus diesem Grund müssen Konsumenten bei deklarierten Schnäppchen im Netz besonders wachsam sein.

    Schnäppchen & Deals

    Einige Plattformen wie etwa Mein-Deal.com haben sich auf Schnäppchen und günstige Angebote spezialisiert, die sie strukturiert auflisten und zur Verfügung stellen. Auf solchen Seiten gibt es fast täglich neue Deals, die in den meisten Fällen weit unter der unverbindlichen Preisempfehlung liegen. Als Verbraucher spart man so nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

    Da alle Schnäppchen fein säuberlich aufgelistet und in Kategorien eingeteilt sind, findet man sich schnell zurecht und hat eine geordnete Übersicht über die Angebotsvielfalt. Die Auswahl ist dabei enorm. So ist gewährleistet, dass so gut wieder jeder Geschmack bedient wird.

    Fake-Angebote

    Unseriöse und als Schnäppchen getarnte Angebote gibt es im Internet zuhauf. Selbst auf der größten Verkaufsplattform Amazonist man vor betrügerischen Machenschaften nicht sicher. Auf dem Marketplace bieten seit mehreren Jahren dubiose Händler verschiedene Produkte und Artikel zu absoluten Traumpreisen an. Meist befinden sich diese weit unter den regulären Angeboten, sodass unwissende Käufer schnell in die Falle tappen.

    In der Vergangenheit sind so immer wieder Fake-Angebote aufgefallen, bei denen ahnungslose Amazon-Kunden per Vorkasse bezahlen sollten. Die Ware haben sie dann aber nie erhalten. Da der Händlerriese eine sehr gute Reputation genießt, vermuten die wenigsten Händler betrügerische Hintergedanken und bezahlen ohne Nachfrage.

    Allerdings werden die Angebote auf dem Marketplace nicht selbst von Amazon gestellt, sondern liegen im Verantwortungsbereich Dritter. Das birgt unter Umständen ein großes Risiko und macht aus einem vermeintlichen Schnäppchen ein Verlustgeschäft.

    Gerade an großen Rabatt-Tagen ist Vorsicht geboten. Viele Händler werben am Black Friday oder Cyber Monday mit Preisnachlässen und Sonderaktionen. Dadurch ist die Verwechslungsgefahr mit anderen Fake-Shops, auch außerhalb von Amazon, immens groß. Aus diesem Grund sollte man vorzugweise per Rechnung oder Lastschrift zahlen, um sich nicht in einem gefährlichen Vorkasse-Kauf wiederzufinden.

    Rabatt ist nicht gleich Rabatt

    Nicht nur dubiose Händler, sondern auch seriöse Shops betrügen – wenn auch in deutlich kleinerem Umfang. Denn viele der fantastischen Schnäppchen und Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

    Tatsächlich kassiert jedoch kaum ein Händler die als Mondpreise in Verruf gekommenen UVP. Diese Tricksereien werden besonders gerne an Rabatttagen und in Aktionszeiträumen genutzt. So liegen die durchschnittlichen Preissenkungen oft bei unter 20 Prozent, obwohl die Online-Shops mit 50 Prozent werben.

    Preisvergleich

    Das Internet ist so gefüllt mit Sonderangeboten, dass man mal schnell den Überblick über die Preislage verliert. Dadurch lässt sich nicht immer sofort bestimmten, ob einzelne Produkte zum aktuellen Zeitpunkt tatsächlich günstiger sind. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Preissuchmaschinen oder anderweitige Tools zu nutzen, um eine gewisse Relation zu bekommen.

    Im Idealfall verlässt man sich jedoch nicht auf eine Anlaufstelle, sondern lässt sich die Preise durch mehrere Quellen bestätigen. So bekommt man ein valides Gefühl für die gegenwärtige Preisstruktur. Wenn sich dann ein vermeintliches Schnäppchen nicht mehr unterbieten lässt, kann ruhigen Gewissens auf den Kauf-Button geklickt werden.

    Einkauf ohne Druck

    Die Unternehmen und Shops haben über die letzten Jahre ihr Marketing immer stärker auf den Online-Handel ausgerichtet. So wurden mitunter neue Möglichkeit erschlossen, das Konsumverhalten der Käufer nachhaltig zu beeinflussen. Dabei wird auch gerne Druck ausgeübt, um eine Kaufentscheidung zu erzwingen.

    Ablaufende Balken, kleine Lagerbestände oder limitierter Zeitraum – all diese Marketing-Maschen sollen den Stresspegel der Verbraucher entscheidend in die Höhe schrauben und sie zu einem Kauf bewegen. Natürlich kann nicht pauschal gesagt werden, ob tatsächlich Marketing hinter den jeweiligen Angeboten steckt oder ob sich wirklich der Lagerbestand allmählich leert.

    Nichtsdestotrotz sollte man sich von solchen Tricksereien nicht in die Irre führen lassen und einen kühlen Kopf bewahren. Es gilt weiterhin die Devise, vor dem endgültigen Kauf die Preise zu vergleichen.

    Macht der Daten

    Daten sind im modernen Zeitalter und gerade im E-Commerce das neue Öl. Algorithmen, Cookies und Browserverläufe speichern das persönliche Nutzungsverhalten und geben die gesammelten Informationen an Tech-Unternehmen weiter. Genutzt werden diese Daten, um personalisierte Angebote zu unterbreiten. Das geht mittlerweile schneller als man denkt.

    Eine teure Anschaffung vor ein paar Monaten, die Suche nach einem bestimmten Stichwort vor wenigen Wochen und der kürzliche Like zu einem Social-Media-Post – dieses Verhalten im Netz reicht in der Regel aus, damit die Unternehmen wissen, wer als potenzieller Kunde in Frage kommt. Entsprechend bekommt man die passenden Angebote vor die Nase gesetzt.

    Ob es sich dabei tatsächlich um ein Schnäppchen oder einen guten Preis handelt, weiß man just in dem Moment nicht. Transparenz wird eher selten kommuniziert. Aus diesem Grund sollten so wenig digitale Spuren wie möglich hinterlassen werden. Im besten Fall werden die Internetaktivitäten verwischt. Dafür löscht man Cookies und Verlauf im Browser.

    Widerrufsrecht

    Die Gesetzgebung hat schon vor langer Zeit auf die Schattenseiten des Internets reagiert und den Verbrauchern ein Widerrufsrecht für den Online-Kauf eingeräumt. Falls die Stornierung bei einem Händler nicht funktionieren sollte oder das jeweilige Produkt doch nicht so günstig war, wie vorher angenommen, bleibt der Widerruf.

    Der aktuelle Rechtsrahmen in Deutschland erlaubt es Verbrauchern, bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts einen Widerruf geltend zu machen. Gründe muss man dafür nicht angeben. Zusatzkosten oder ein Art Mehraufwand entstehen in der Regel nicht. Eine Ausnahme bilden potenzielle Rücksendekosten, die jedoch in den meisten Fällen recht human ausfallen.

    Auch wenn das 14-tägige Widerrufsrecht für gekaufte Produkte aus dem Netz allumfänglich gilt, sollten die AGB und jeweiligen Vorgaben eines Händlers nicht außer Acht gelassen werden. Es kann unter Umständen vorkommen, dass besondere Regularien oder anderweitige Bestimmungen gelten. Diese hebeln das Widerrufsrecht zwar nicht aus, dennoch ist es von Vorteil, als Verbraucher auf alle Szenarien vorbereitet zu sein.

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