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    Ratenzahlung vs. Ratenkredit: Wann was bei Anschaffungen besser ist
    19-08-2021

    Ratenzahlung vs. Ratenkredit: Wann was bei Anschaffungen besser ist

    Wer nicht sofort genug Geld hat, um einen Einkauf zu tätigen, muss nicht auf den Kauf verzichten. Das ist eine gute Sache, vor allem dann, wenn es sich um etwas handelt, was man unbedingt braucht – hier kommen Ratenzahlungen verschiedener Arten ins Spiel. Ob diese sich lohnen, hängt immer vom Einzelfall ab.

    Viele Onlinehändler bieten Ratenzahlung (beziehungsweise den Ratenkauf) mittlerweile grundsätzlich an. Manchmal per 0-Prozent-Finanzierung, dann spricht nicht viel dagegen. Meist ist ein Ratenkauf jedoch genauso mit Zinsen verbunden wie ein Ratenkredit. Das kann Verbraucher verunsichern: Welche Option ist denn nun die bessere?

    Wann sich der Ratenkredit lohnt

    Ein Ratenkredit war lange die gängige Methode, um mit einem klammen Geldbeutel noch einkaufen zu können. Auch heute ist diese Variante noch beliebt – unter anderem, weil die Angebote besser zu vergleichen und die Konditionen somit oftmals besser sind.

    Ratenkredite sind aber mit ein wenig Aufwand verbunden. Denn Interessenten müssen zunächst ein passendes Angebot finden, mit der Bank kommunizieren und viel Kleingedrucktes lesen. Daher sind sie eher weniger geeignet, wenn es sich um einen kleinen Einkauf handelt oder um eine einmalige Inanspruchnahme einer Ratenoption.

    Wer jedoch häufiger per Kredit einkaufen muss – auch bei verschiedenen Anbietern – oder Käufe deutlich über 1.000 Euro tätigt, für den sind Ratenkredite wieder sehr attraktiv. Denn sie lassen sich online kinderleicht vergleichen und bieten oftmals tolle Zusatzleistungen oder wählbare Optionen.

    Bei einem Ratenkredit kann man Wert legen auf:

    • Sondertilgungsmöglichkeiten

    • Zahlungspausen

    • Laufzeit

    • Restschuldversicherung

    • Kundenservice

    Wer volle Flexibilität haben möchte und bei Zahlungsproblemen auch einen guten Kundenservice braucht (oder auf ein wenig Kulanz hofft), der ist mit einem Ratenkredit gut bedient. Wichtig ist dabei stets, nicht übereifrig zu sein, sondern immer nur einen sinnvollen Kredit aufzunehmen.

    Wann sich die Ratenzahlung lohnt

    Die Ratenzahlung per Ratenkauf hat einen großen Vorteil: Es geht schnell und einfach. Denn die Option der Ratenzahlung wird von vielen Shops mittlerweile automatisch beim Bezahlvorgang angeboten. Allerdings lohnt sich die Ratenzahlung nur dann, wenn die Konditionen auch wirklich stimmen.

    Denn nicht immer sind die Ratenzahlungsoptionen von Unternehmen so gut wie die einer Bank. Daher lohnt sich diese vor allem, wenn eine Sonderaktion läuft – manchmal bieten Onlineshops zum Beispiel um die Weihnachtszeit 0-Prozent-Finanzierungen an. Allerdings gilt auch hier: Unbedingt auf das Kleingedruckte achten. Darüber hinaus kann es passieren, dass Händler die versteckten Kosten der Null-Prozent-Finanzierung bereits im Kaufpreis einkalkuliert werden.

    Der verminderte Aufwand sorgt dafür, dass Ratenzahlungen vor allem bei kleineren Einkäufen sinnvoll sind. Denn für 500 Euro lohnt sich meist die Suche nach einem Kredit nicht, wenn man bedenkt, dass die Ratenzahlung in wenigen Minuten vereinbart werden kann. Somit können Ratenzahlungen in schwierigen Zeiten das Konto recht schnell entlasten.

    Der direkte Vergleich hilft

    Eine grobe Einschätzung ist: Alles ab 1.000 Euro sollte lieber per externen Bankkredit gelöst werden, während alles unter 1.000 Euro durchaus leichter per „direkter“ Ratenzahlung zu erledigen ist. Allerdings sind es selbstverständlich die individuellen Umstände, die bestimmen, was wirklich sinnvoll ist.

    Drei Faktoren können die genannte Regel schnell aufheben:

    • das Kleingedruckte

    • mögliche Sonderangebote

    • die Finanzplanung der kommenden Wochen und Monate

    Das Kleingedruckte wird wichtig, wenn ein Angebot zu gut aussieht, um wahr zu sein. Scheinen die Zinsen besonders niedrig bei der Onlineshop-Ratenzahlung zu sein, ist es möglich, dass bei Zahlungsverzögerung horrende Summen fällig werden oder irgendwo versteckte Kosten festgeschrieben sind. Wer plant, rechtzeitig zu bezahlen, denkt vielleicht nicht an Probleme bei Zahlungsverzögerungen – doch manchmal ist ein Konto kurzfristig nicht gedeckt oder ein Unfall passiert, der die Überweisung verzögert. Strafen sind dann plötzlich doch wichtig.

    Aber auch bei Ratenkrediten der Bank kann das Kleingedruckte wichtig werden – im positiven und negativen Sinne. Häufig aber im negativen Sinne, denn die Vorteile werden eher im „Großgedruckten“ zu finden sein. Auch Banken können sich als schwierige Partner herausstellen, wenn mal etwas nicht rund läuft – daher sollte immer eine Bank mit guter Reputation und einem Kundenservice gewählt werden.

    Sonderangebote können dafür sorgen, dass ein Bankkredit für 200 Euro sinnvoll ist, aber auch dafür, dass eine Ratenzahlung direkt beim Anbieter bei Summen weit über 1.000 Euro Sinn ergibt. Letzteres ist bei 0-Prozent-Finanzierungen der Fall. Der Bankkredit ist dann besser, wenn das Angebot des Onlineshops einfach zu hohe Zinsen mit sich bringt oder eine Bank gerade eine Sonderaktion hat, bei der auch kleine Summen zu guten Konditionen zu haben sind.

    Zu guter Letzt spielt die private Finanzplanung eine Rolle. Denn wer in naher Zukunft häufiger damit rechnen muss, nicht alle Rechnungen sofort bezahlen zu können, der ist mit einem Bankkredit einfach besser bedient. Dieser lässt sich oftmals auch für mehrere Anschaffungen abschließen. Außerdem ist es dann so, dass der erhöhte Rechercheaufwand wieder zu rechtfertigen ist.

    Ratenkredite sind besonders sinnvoll, wenn:

    • Kreditnehmer nicht sofort auf das Geld angewiesen sind, sondern auf ein gutes Angebot warten kann.

    • sie bereit sind, viele Angebote zu vergleichen.

    • Interessenten bereits gute Erfahrungen mit einem Kreditgeber gemacht hat.

    • man die Finanzplanung sehr ernst nimmt und eine gute Sicht auf die eigenen Möglichkeiten und Bedürfnisse hat.

    Fazit: Immer genau hinschauen und vergleichen

    Es gibt keine universelle Antwort darauf, ob ein Ratenkredit besser ist als eine Ratenzahlung beim Händler. Was aber auf jeden Fall festzuhalten ist: Es lohnt sich stets, ausgiebig zu vergleichen. Denn wenn man bereits in der Situation ist, auf eine Ratenzahlung angewiesen zu sein, sieht es finanziell bekanntlich meist bereits schwierig aus. Das ist genau der Moment, in dem nicht leichtfertig gehandelt werden sollte.

    Grundsätzlich ist es aber schon so, dass die Angebote der Onlinehändler manchmal einfach sehr gut sind, und wer ordentlich ins Kleingedruckte schaut, sollte davor auch nicht zurückschrecken. Nur wenn die Summen größer werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich der klassische Ratenkredit der Bank eher lohnt.

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