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    07-09-2018

    Wenn die Kaffeemaschine das Licht einschaltet und der Toaster das Auto startet

    Die Technik wird stetig weiterentwickelt und jede auch noch so absurd scheinende Idee kann umgesetzt oder zumindest erforscht werden. Vielleicht entsteht nicht das gewünscht Produkt oder die Erfindung wird zweckentfremdet. So verdanken wir die Mikrowelle einem Zufall, den Akkubohrer wurde für die Raumfahrt entwickelt und die Teflon-Beschichtung der Pfannen hängt mit der Weiterentwicklung von Kühlschränken zusammen. Mit dem Einzug von WLAN in fast jedes Zuhause und der passenden System-Technik können nun auch Geräte miteinander kommunizieren.

    Alles nur Sci-Fi?
    Es wirkt wie in einem Science-Fiction-Film über eine hochentwickelte Spezies: Das Licht wird morgens in Ihrem Schlafzimmer immer heller, die Rollos öffnen sich von alleine und schließlich geht das Radio an, sodass Sie endgültig aufwachen. Wenn Sie aufstehen und ins Bad gehen, laufen die letzten Tropfen Ihres Badewassers gerade ein und Sie können sich in die Wanne setzen, wobei das Wasser Ihre ideale Temperatur hat. Es schaltet sich der Fernseher ein, Sie sehen wie jeden Morgen die Nachrichten und nachdem das Programm beendet ist, schaltet der Fernseher automatisch auf den Wetter-Kanal. Nach dem Bad gehen Sie in die Küche, wo die Kaffeemaschine gerade einen Latte Macchiato mit Karamellgeschmack zubereitet hat und der Toaster zwei perfekt gebräunte Scheiben ausspuckt. Als Sie das Toast bestreichen, bemerken Sie laut, dass die Butter bald leer ist, was mit einem leisen Pling quittiert wird. Sie machen sich fertig und gehen zum Auto, das Haus schließt von alleine alle Fenster und Türen ab und schaltet das Licht aus. Während Sie arbeiten, meldet Ihnen Ihr Telefon eine Bewegung an der Haustür. Ein Lieferant hat die Butter vorbeigebracht. Wenn Sie nach der Arbeit zurückkommen, hat das Haus trotz eisiger Kälte draußen die richtige Zimmertemperatur und es wird Ihre Lieblingsmusik gespielt.

    Die Realität
    Auch wenn es abenteuerlich klingen mag, können Sie mit den richtigen Systemen Ihr Zuhause so vernetzen, dass die oben beschriebene Situation wahr wird. Bereits seit einiger Zeit gibt es bei vielen Haushaltsgeräten die Möglichkeit, sie mit einem Timer zu einer bestimmten Uhrzeit einzuschalten. So können Sie den Herd auf 17h programmieren und wenn Sie um 18h nach Hause kommen, ist der Braten fast fertig für das Abendessen. Da wir inzwischen fast alle Smartphones besitzen und ständig online sind, können wir dieses Prinzip weiter ausbauen. So gibt es inzwischen Systeme, über die Sie das Licht ein- und ausschalten können, egal wo Sie sich befinden. Gerade wenn Sie im Urlaub sind, können Sie so den Eindruck erwecken, dass jemand zuhause sei. Ähnliches gilt für Sicherheitstechnik: Sie können überprüfen, ob Sie auch wirklich nicht vergessen haben, die Tür abzuschließen, erhalten Meldungen über Bewegungen rund um Ihr Zuhause und über Versuche, die Tür zu öffnen. SmartMeter überwachen Ihren Energieverbrauch und erlauben eine Steuerung.

    Die Systeme
    Je nach Hersteller werden Ihnen unterschiedliche Produkte und verschiedener Umfang geboten. So gibt es Systeme, die sich über WLAN vernetzen, andere kommunizieren über andere Funkverbindungen. Einige Systeme bieten intelligente Lösungen für die Steuerung von Licht, Wärme und Energieverbrauch, andere für Sicherheit. Teilweise können Sie den Systemen sehr einfach Erweiterungen von anderen Herstellern hinzuzufügen, wobei sogar die Kommunikation über verschiedene Funkverbindungen durch einen Adapter möglich sein kann.

    Sprachsteuerung
    Seit einiger Zeit stehen Ihnen für Ihr Smartphone oder Ihren Computer Sprachassistentinnen zur Verfügung. Bei Windows ist es Cortana und bei Apple heißt sie Siri und mit „Ok, Google“ konnten Sie ursprünglich Internetsuchen starten, ohne tippen zu müssen. Siri und Google Home ebenso wie Alexa, die zum Amazon Echo gehört, können mit den Systemen für Smart Homes verbunden werden, wodurch Sie Ihr Zuhause mit gesprochenen Befehlen koordinieren und steuern können.

    Schöne neue Welt oder doch eher Big Brother?
    Natürlich gibt es auch Probleme, Schwierigkeiten und Bedenken. Wenn Sie ein System nutzen, das über WLAN verknüpft ist und kommuniziert, kann dies zu einer starken Belastung des Netz stark belasten, was Sie selbst zu merken bekommen, wenn Internetseiten langsam laden oder der Videostream andauern buffern muss. Da es auch andere, nicht WLAN-basierte Systeme gibt oder Sie hiermit leben könnten, ist es nur eine kleine Unannehmlichkeit. Viel schwerwiegender sind Sicherheitsbedenken. Sicherheitsexperten warnen vor solchen Systemen. Jedes vernetzte Gerät kann das Eingangsportal für Angreifer sein, Sie sollten regelmäßig die Passwörter ändern und diese nach hohen Sicherheitsstandards auswählen. Auch Datenschützer sind alarmiert, denn damit die sprachgesteuerten Assistenten wie Google oder Alexa reagieren können, müssen sie ständig mithören. Die Sprachverarbeitung finden meist auf den Servern des Unternehmens statt, die die nötige Rechenleistung für neuronale Netze haben, und dadurch findet teilweise eine Aufzeichnung dieser privaten Gespräche statt.

    Foto: geralt

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