Die Angst vorm Zahnarzt überwinden – mit diesen Tipps klappt‘s 

Die Angst vorm Zahnarzt überwinden – mit diesen Tipps klappt‘s 

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Kaum jemand geht gerne zum Zahnarzt, etwa 75 Prozent der Patienten in Deutschland haben Angst, zum Zahnarzt zu gehen. Etwa zehn Prozent haben so große Angst, dass sie den Termin immer wieder aufschieben, auch wenn sie schon Beschwerden haben. Wenn allein der Gedanke an den Zahnarzt Schweißausbrüche, Herzrasen und Schlafstörungen auslöst, dann handelt es sich um eine Zahnarztphobie. Dann sind sogar die jährlichen Kontrolltermine unmöglich zu bewältigen. Schlimmstenfalls waren sie seit Jahren nicht mehr beim Zahnarzt. 

 

Wo kommt die Angst her? 
Um gegen die Angst angehen zu können, ist es zunächst wichtig, zu ergründen, wo die Angst herkommt. Bei den meisten sind schlechte Erfahrungen als Kind die Ursache, weil die Erfahrungen schmerzvoll waren oder weil nie ein Zahnarztbesuch ohne Notwendigkeit einer Behandlung erfolgte. Gerüche und Geräusche, die typisch für eine Zahnarztpraxis sind, sind als negative Erfahrung abgespeichert. Viele Patienten fühlen sich hilflos und ausgeliefert, wenn sie auf dem Zahnarztstuhl liegen. Hinzu kommt, dass sie sich schämen, weil sie die Zahnpflege lange Zeit vernachlässigt haben. Den Zahnarztbesuch weiterhin zu vermeiden führt allerdings dazu, dass die Phobie oder Angst bestehen bleibt. Die negativen Erfahrungen können nicht durch positive ersetzt werden. 

 

Sanft gegen die Angst 
Heutzutage muss ein Zahnarztbesuch nicht mehr schmerzhaft sein. Grelles Licht sowie unangenehme Geräusche und Gerüche müssen nicht sein. Die Behandlungstechnik wird immer besser, immer schonender. Viele Zahnärzte haben sich auf die Behandlung von Angstpatienten gut eingestellt, wie Zahnarzt Dr. Frank Seidel. Heute gibt es eine Vielzahl an sanften Möglichkeiten, um gezielt gegen die Angst vorm Zahnarzt vorzugehen. 

 

Mit natürlichen Mitteln die Angst besiegen 
Wer schon beim Gedanken an den nächsten Zahnarztbesuch erschauert, dem helfen vielleicht ein paar sanfte Beruhigungsmöglichkeiten. Ein beruhigender Tee vor dem Termin kann Wunder bewirken und die Nervosität erheblich lindern, beispielsweise Lavendelblütentee, Baldrianwurzeltee oder ein Tee aus Passionsblumenkraut. Bei manchen Kräutern sind noch andere Wirkungsweisen möglich. Der Zahnarzt kann Auskunft dazu geben, welche Tees geeignet sind. 

Ablenkung ist ebenfalls eine gute Strategie gegen die Angst vorm Zahnarzt. Mit Musik, einem Hörspiel oder einem Video während der Behandlung vergessen viele einfach ihre Angst. Die Aufmerksamkeit liegt nicht mehr beim Zahnarzt und die unangenehmen Geräusche sind überlagert. 

 

Nicht den erstbesten Zahnarzt aufsuchen 
Wer Angst vorm Zahnarzt hat, sollte ganz in Ruhe nach einer passenden Praxis suchen. Folgende Aspekte können dabei wichtig sein: 

  • In der Praxis sind alle Mitarbeiter und auch der Zahnarzt auf Angstpatienten spezialisiert. Wer mit Angst zum Zahnarzt kommt, braucht weder einen flapsigen Spruch von der Assistentin noch einen Zahnarzt der stillschweigend vor sich hin arbeitet. Patienten sollten die Möglichkeit nutzen, den Zahnarzt und sein Team erst einmal kennenzulernen und mit ihnen über seine Angst zu reden.  

  • Die Praxis sollte ein angenehmes Ambiente haben. Wenn überall grelles Neonlicht vorherrscht und Bilder von kranken Zähnen hängen, kann das zusätzlich furchteinflößend sein. Wenn es hilft, die Zahnarztangst zu verlieren, kann sich auch ein längerer Weg lohnen. 

Tipp: Patienten können mit ihrem Zahnarzt ein Handzeichen vereinbaren, um die Behandlung jederzeit stoppen zu können. 

 

Unterstützung suchen 
Vielen Patienten hilft es, wenn jemand Vertrautes sie zum Zahnarzt begleitet oder wenn sie sich mit anderen Betroffenen austauschen. Schon der Gedanke, dass es noch viel mehr Menschen mit Angst vor dem Zahnarzt gibt, ist hilfreich. Wenn andere, die ebenfalls unter Angst vor dem Zahnarzt leiden, über positive Erfahrungen und schmerzfreie Behandlungen berichten, hilft das, Vertrauen zurückzugewinnen.  

 

Entspannung für weniger Stress – auch beim Zahnarztbesuch 
Um die Angst vor dem Zahnarzt zu lindern, helfen auch passive Meditationsformen. Sie lassen sich im Sitzen durchführen und sind ohne Bewegung möglich. Dazu gehören Konzentrationsmeditationen, bei der sich der Patient gedanklich auf ein Objekt oder eine angenehme Situation konzentriert. Dadurch rücken die angstauslösenden Gedanken in den Hintergrund. Auch ein Mantra kann helfen, die Angst zu überwinden. Bei dieser transzendentalen Meditation wiederholen Patienten einfach ein bestimmtes Wort oder eine Wortfolge, ein Mantra. Die Wiederholung lenkt den Geist auf etwas anderes und wirkt beruhigend. 

Wer mit solchen Meditationstechniken keinerlei Erfahrungen hat, kann auch einfach die Augen schließen und sich auf eine Gedankenreise begeben. Je detailreicher die Fantasiereise ist, umso schneller sind Angst und Nervosität vergessen. 

Eine weitere Methode ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Dabei werden ganz gezielt bestimmte Muskeln angespannt und wieder entspannt. Die gezielte Konzentration auf An- und Entspannung lenkt die Gedanken weg von der Zahnarztbehandlung. 

Autogenes Training ist ebenfalls eine gute Methode, um Schmerzen oder Angst auszublenden. Durch autogenes Training kommen die Patienten in einen Zustand der Tiefenentspannung durch Autosuggestion. Die Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet. Damit es auch auf dem Zahnarztstuhl funktioniert, ist ein wenig Übung erforderlich. 

 

Langfristig die Angst bekämpfen 
Mit den genannten Möglichkeiten lässt sich die Angst vorm Zahnarzt kurzfristig bekämpfen. Besser ist es jedoch, die dahinter liegende Angst grundlegend zu verarbeiten und die Ursache der Angst zu suchen. Das ist eine langfristige Lösung, die über den nächsten Zahnarztbesuch hinaus wirkt. Dabei kann ein Psychotherapeut oder ein psychotherapeutisch ausgebildeter Zahnarzt helfen. Dafür sind meist nur wenige Sitzungen erforderlich und die Erfolgsquote liegt bei 75 Prozent. 

 

Vollnarkose – wenn sonst nichts hilft 
Wenn gar nichts hilft, kann eine Behandlung unter Vollnarkose eine Möglichkeit sein. Dazu brauchen die Zahnärzte allerdings die Unterstützung eines Anästhesisten, weil sie selbst keine Narkose verabreichen dürfen. Dabei handelt es sich nur um eine Notfallstrategie und nicht um eine langfristige Lösung, da sie mit vielen Nebenwirkungen einhergehen kann. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nur in besonders schwerwiegenden Fällen. 

 

Fazit 
Patienten können sich mit Verhaltenstherapie, Entspannungstechniken oder natürlichen Mitteln helfen, die Angst vor dem Zahnarzt zu bewältigen. Wer regelmäßig Prophylaxetermine wahrnimmt, sammelt positive Erfahrungen beim Zahnarzt, weil bei diesen Terminen keine Behandlungen stattfinden.  

 

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