European Sleeper2 erfahrungen
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Finden Sie Unternehmen, mit denen Sie bereits Erfahrungen gesammelt haben und schreiben Sie über die Firmen und Shops Ihre persönliche Bewertung! Ihre Bewertungen tragen einem transparanteren Markt bei und motivieren die Unternehmen zuverlässiger zu arbeiten..Nachtzug mit Charme, aber bitte nicht durstig einsteigen
abends einsteigen, ein bisschen ruckeln, morgens woanders aufwachen. Die Idee finde ich nach wie vor super. Kurz vor der Abfahrt kam dann die Info, dass der Zug nicht bis Amsterdam fährt, sondern nur bis Utrecht. Kann passieren, Umleitungen gibt es eben. Was mich genervt hat: Es gab praktisch keine Erklärung dazu und auch keinen Hinweis, dass das Ticket in den niederländischen Zügen nicht einfach weiter gültig ist. Also musste ich zusätzlich Tickets für Utrecht–Amsterdam und zurück kaufen. Die Erstattung wurde mir zwar zugesagt, aber mit einer Wartezeit von acht bis zehn Wochen. Das allein ist schon ziemlich schräg für knapp 20 Euro. Im Zug selbst war die Stimmung eigentlich angenehm. Die Wagen haben diesen etwas alten, fast musealen Charme, irgendwie wie eine Zeitreise. Nicht besonders modern, klar, aber ich kann mit sowas leben, wenn alles halbwegs funktioniert. Nur funktionierte eben ausgerechnet das Wichtigste kaum: In Wagen 12 waren auf der Hinfahrt fünf von sechs Toiletten gesperrt oder nicht benutzbar. Und das wirkte nicht wie ein Problem, das gerade erst aufgetreten war. Für mich als gesunden Erwachsenen war es vor allem unbequem. Aber mit Kindern, im höheren Alter oder wenn man einfach eine lange Fahrt vor sich hat, ist das wirklich keine Kleinigkeit mehr. Auf der Rückfahrt habe ich vorsichtshalber deutlich weniger getrunken, was ja eigentlich schon absurd ist. Und dann die Überraschung: Vier Tage später waren dieselben Toiletten immer noch kaputt. Da fragt man sich schon, ob das zwischen Prag, Brüssel und Dresden niemandem auffällt oder ob man einfach hofft, dass es irgendwie weitergeht. Das Personal war dabei freundlich, das möchte ich ausdrücklich sagen. Auch die Ankunft in Utrecht war pünktlich, später zurück dann etwa eine Stunde verspätet, also noch im Rahmen dessen, was man bei Bahnreisen leider kennt. Die Rückzahlung war dagegen ein kleines Geduldsspiel. Nach acht Wochen habe ich erinnert, dann nochmal, dann wieder. Immer freundliche Antworten, das Geld sei angewiesen und brauche noch ein, zwei Wochen. Erst nachdem ich das EU-Fahrgastrechteformular genutzt hatte, war der Betrag plötzlich innerhalb weniger Stunden da. Mein Rat wäre daher: freundlich bleiben, aber nicht ewig vertrösten lassen. Ich würde den Nachtzug nicht komplett abschreiben, weil Preis und Konzept für mich stimmen. Aber bei Hygiene und Kommunikation muss European Sleeper echt nachlegen.
Nachtzug mit sehr bitterem Beigeschmack
einmal bequem schlafen, morgens ankommen, bisschen Abenteuer, fertig. Nach einer ziemlich schlechten Erfahrung mit einem Billigflug vor ein paar Jahren war ich sogar bereit, für mehr Ruhe und Komfort mehr zu zahlen. Tja. Die Ruhe war dann eher theoretisch vorhanden. Schon beim Einsteigen hatte der Wagen diesen Eindruck von „hier hätte seit längerer Zeit mal jemand mit Eimer und Lappen vorbeischauen dürfen“. Alte Züge sind für mich kein Problem, im Gegenteil, die können Charme haben. Aber alt und ungepflegt sind zwei völlig verschiedene Dinge. Der schlimmste Punkt waren die Toiletten im Schlafwagen. Keine funktionierte richtig, abschließen konnte man sie ebenfalls nicht, und der Zustand war ehrlich gesagt so unerquicklich, dass man sie lieber komplett gemieden hat. Dazu kam: Im ganzen Wagen gab es kein Wasser. Kein Wasser am Waschbecken, nichts. Bei einer Nachtfahrt ist das schon ziemlich absurd. Man bezahlt eine private Schlafkabine und fühlt sich dann ein bisschen wie auf Klassenfahrt, nur ohne die lustigen Leute und mit deutlich höherer Rechnung. Das Bett war leider auch kein Bett im üblichen Sinn. Die Leiter zum oberen beziehungsweise mittleren Schlafplatz war nicht benutzbar. Mein Mitreisender konnte deshalb nicht dort schlafen, wo er sollte, sondern musste sich irgendwie auf einem Stuhl arrangieren. Das klingt fast komisch, wäre es nicht so unerquicklich gewesen. Ich habe auf der ganzen, über zehn Stunden langen Fahrt vielleicht eine Stunde geschlafen. Das Fensterrollo hatte offenbar ebenfalls seinen eigenen Kopf: runterziehen, fünf Minuten Ruhe, zack, wieder hoch. Irgendwann diskutiert man dann nachts um halb drei mit einem Rollo. Gewonnen hat das Rollo. Frühstück war laut Buchung dabei, tatsächlich gab es aber keines. Die Erklärung war, dass wegen fehlendem Strom kein Kaffee möglich sei. Gut, kann passieren. Aber warum dann auch sonst nichts verteilt wurde, blieb offen. Die zwei Wasserflaschen mit Logo wirkten zudem eher wie abgefülltes Leitungswasser, zumindest rochen und schmeckten sie so. Wirklich Vertrauen schafft das nicht. Später endete die Fahrt dann überraschend in Rotterdam. Wegen einer Kollision vor uns konnte der Zug wohl nicht weiterfahren, und dafür kann European Sleeper natürlich nichts. Was mich massiv gestört hat, war die Kommunikation. Es gab lange keine klare Ansage, was passiert und welche Möglichkeiten wir haben. Irgendwann hieß es ziemlich hektisch, man solle aussteigen und sich selbst um die Weiterfahrt kümmern. Wir mussten kurzfristig neue Tickets nach Brüssel kaufen, natürlich wieder in der gebuchten Klasse, weil wir ja bereits für eine teure Schlafwagenreise gezahlt hatten. Die Sorge war außerdem, dass der Zug auf ein Abstellgleis fahren könnte, wo man nicht einfach aussteigen kann. Ganz ehrlich: In so einer Situation braucht man Personal, das erklärt, organisiert und wenigstens sichtbar zuständig ist. Stattdessen musste man Informationen zusammensuchen wie bei einer Schnitzeljagd, nur ohne Schatz am Ende. Besonders ärgerlich fand ich auch, wie wenig auf der Webseite über die eingeschränkte Zugänglichkeit steht. Wer nicht gut zu Fuß ist oder beim Einsteigen und mit engen Gängen Schwierigkeiten hat, sollte vorher sehr deutlich gewarnt werden. Wenige Minuten Zeit zum richtigen Wagen, hohe Stufen, enge Bereiche – das ist nicht für alle machbar. Am Ende war ich erst sehr skeptisch, dann zunehmend genervt und schließlich einfach nur froh, angekommen zu sein. Schade, denn die Idee eines europäischen Nachtzugs finde ich weiterhin gut. Aber bei diesem Preis müssen Sauberkeit, funktionierende Grundausstattung und verlässliche Informationen einfach drin sein. So war es für uns keine gemütliche Reise, sondern ein sehr teures Durcheinander.
Über European Sleeper
European Sleeper ist ein belgisch-niederländisches Eisenbahnunternehmen, das internationale Nachtzugverbindungen anbietet. Der 2021 gegründete Anbieter betreibt den „Good Night Train“ zwischen Brüssel und Prag mit Halten unter anderem in Amsterdam, Berlin und Dresden. Das Angebot richtet sich an Reisende, die europäische Städte über Nacht per Bahn erreichen möchten. Je nach Buchungskategorie stehen Sitzplätze, Liegewagen und Schlafwagen zur Verfügung. European Sleeper ist als Genossenschaft organisiert.
Diese Angaben beruhen auf öffentlich verfügbaren Informationen und dienen ausschließlich der Orientierung.
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Kategorien European Sleeper
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Letzte Aktualisierung: September 2026
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