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    14-09-2018

    Die Leere im Kopf

    Schon seit einer geraumen Weile starren Sie auf den Bildschirm oder das Blatt Papier vor sich. In Ihrem Kopf sieht es dabei genauso aus: leer. Jetzt, wo Sie unbedingt kreativ sein sollen, einen einprägsamen Text schreiben, eine lustige Grafik entwerfen oder eine Lösung für ein aufgetretenes Problem im neuen Projekt finden müssen, herrscht in Ihrem Kopf einfach nur gähnende Leere. Kaum ein Gedanke lässt sich blicken und wenn es doch mal eine Idee schafft, scheitert die Umsetzung. Ihnen fehlen die passenden Worte,der Stil wirkt nicht angemessen oder keine Lösung ist wirklich zielführend und Sie sind einfach insgesamt mit dem bisschen, was Sie produzieren konnten, auch noch absolut unzufrieden. Und Sie merken es selbst, je mehr Sie sich bemühen, desto weniger erreichen Sie. Die Diagnose: Kreativitätsblockade!

    Gründe
    Häufig versuchen Sie, sich so stark auf die Aufgabe zu konzentrieren, dass Sie sich am Ende selbst im Weg stehen. Nach Roger von Oech gibt es 10 sogenannte geistige Sperren, die Ihre Kreativität einsperren. In seinem Buch Denkanstoß fasst er diese mit einigen Gegentipps zusammen. Grundlegend kritisiert er die eine richtige Antwort, wie es häufig in der Erziehung eingetrichtert wird. Häufig gibt es mehrere Herangehensweisen, von denen die eine nicht richtiger sein muss als alle anderen. Da in der Schule weniger Wert auf Kreativität als auf logisches Denken gelegt wird, führt dies später zu einem eher starren und streng logischen Denkmuster oder es schlägt ins andere Extrem und die kreativen Ideen sind schlicht nicht umsetzbar. Beides ist frustrierend, weshalb ein Gleichgewicht anzustreben ist. Auch Gruppendynamik kann einen Einflussfaktor haben, wenn einer spricht, sollten die anderen zuhören, aber auch reagieren können – nur spricht dann womöglich schon jemand anders. Werden die Leistungen einer Person besonders hervorgehoben (oder auch besonders stark kritisiert), kann dies natürlich motivierend auf die anderen wirken, aber wesentlich häufiger ist es demotivierend. Viele Berufe sind auch von Routine geprägt, sodass sich Kreativität kaum entwickeln kann.

    Abhilfe
    Es gibt nicht die EINE Methode, die für alle gleich gut zum Ziel führt. Jeder tickt unterschiedlich und was bei einer Person funktioniert, bringt bei jemand anderem überhaupt nichts. Möglich ist es sogar, dass auch bei ein und derselben Person, die Methode nicht jedes Mal funktioniert, sondern stark von der Situation abhängt, sodass Sie gelegentlich etwas Neues ausprobieren sollten, um Ihr Unterbewusstsein auszutricksen. Ideen funktionieren häufig nicht als alleinstehender Aspekt, sondern stehen in Zusammenhang mit vielen anderen. Suchen Sie also nach anderen Möglichkeiten. Nur sollten Sie die angepriesenen Gruppen-Brainstorm-Sessions dafür lieber nicht nutzen. Stattdessen kann jeder für sich alleine Ideen suchen, diese auf einem Papier oder gemeinsamen Dokument festhalten und anschließen können in der Gruppe je nach Charaktereigenschaften (eher realistisch, große Ideen, logisch denkend) die Ideen von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Überlegen Sie sich auch die eigentlichen Ziele, was das Worst-Case-Szenario ist und treffen Sie erst hierfür Vorkehrungen, sodass Sie sich rückwärts an das Problem herantasten. Haben Sie vielleicht schon festgestellt, dass Ihnen besonders gute Ideen kommen, wenn Sie sich mit etwas völlig anderem beschäftigen? Dann versuchen Sie, dies auszunutzen! Über das Duschen wird häufig gesagt, dass dort die besten Gedanken zustande kommen, also legen Sie sich einen kleinen Notizzettel ins Bad. Auch auf dem Nachttisch kann so direkt nach dem Aufwachen eine Idee festgehalten werden - es soll ja so einige Träume gegeben haben, die sich umsetzen ließen. Nutzen Sie auch fachfremde Überlegungen und versuchen Sie, diese durch spielerisches Was-Wenn als Sprungbrett für Ihre eigene Spezialisierung zu nutzen. Sie könnten auch versuchen, durch Kinderspiele andere Perspektiven einzunehmen, beispielsweise kann pantomimische oder mündliche Umschreibung zu einem Grundaspekt oder neuen Ansichtsmöglichkeiten führen.

    Prävention
    Darüber hinaus sollten Sie die Ideen allerdings nicht aus sich heraus zwingen. Dies erzeugt nur unnötigen Stress. Vermeiden Sie diese Situation und kümmern Sie sich um sich selbst: Anstatt die Nacht durchzuarbeiten, sollten Sie früh schlafen gehen, eine ausgewogene Mahlzeit mit vielen Vitaminen selbst in aller Ruhe zubereiten (oder im Restaurant essen, wenn Sie nicht kochen können), ein Buch lesen oder einen Film sehen, einen Spaziergang machen oder Sport treiben, in ein Museum oder eine Ausstellung gehen, sich mit Freunden treffen… Natürlich funktioniert dies nicht, wenn es darum geht, einen akuten Brand zu löschen, aber nehmen Sie sich auch dann 5 Minuten Zeit. Malbücher für Erwachsene oder Zentangles, ein kleiner Zen-Garten, der viel zitierte Spaziergang, all dies sind Momente, die Ihren innere Akku wieder aufladen, Stress abbauen und wodurch Sie Ihre Kreativität fördern können.

    Foto: pxhere

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