Privatkredit aufnehmen – das sollte unbedingt beachtet werden

Privatkredit aufnehmen – das sollte unbedingt beachtet werden

Vermögen

Dann  lohnt sich ein Privatkredit

Es gibt viele unterschiedliche Kreditformen, auf die Verbraucher zurückgreifen können. Eines hiervon ist ein sogenannter Privatkredit. Dieser wird je nach Ausprägung von einer Bank oder einer Privatperson vergeben. Ein solcher Privatkredit besitzt typische Eigenschaften und eignet sich daher für bestimmte Situationen und Zielsetzungen besonders gut. Welche das sind und unter welchen Umständen ein Privatkredit die optimale Lösung ist, erklärt dieser Artikel.

Wenn  das Geld längerfristig benötigt wird

In einigen Situationen wird Geld nur kurzfristig benötigt. Wenn das Gehalt am 1. eines Monats eingeht, man sich aber am 30. des Vormonats ein günstiges Angebot sichern möchte, ist es nicht notwendig, hierfür einen Privatkredit aufzunehmen. Man kann den Dispo nutzen, um die Anschaffung zu tätigen, und der Dispo wird durch das Gehalt wieder ausgeglichen. Anders sieht die Sache aus, wenn Geld längerfristig benötigt wird.

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein Unternehmen gegründet, eine Immobilie gekauft oder ein Auto finanziert werden soll. Die Kosten, die mit diesen Projekten einhergehen, lassen sich nicht kurzfristig begleichen. In einem solchen Fall wäre es sehr teuer, auf den Dispo zurückzugreifen, da dieser mit hohen Zinsen einhergeht. Das liegt daran, dass die Banken nicht wissen, wofür das Geld ausgegeben wird und wann sie es zurückerhalten. In einer solchen Situation ist es deswegen dringend empfehlenswert, auf einen günstigen Privatkredit zurückzugreifen.

Wenn eine größtmögliche Transparenz gewünscht wird

Des Weiteren ist ein Privatkredit eine sinnvolle Lösung, wenn den Verbrauchern eine größtmögliche Transparenz über ihre Finanzen wichtig ist. Natürlich ist es praktisch, immer eine 0%-Finanzierung zu nutzen, wenn man sich einen Gegenstand kaufen möchte. Mit der Zeit entstehen so aber viele kleine Kredite, die durch jeweils eigene Raten bedient werden müssen. Schnell geht so die Übersicht verloren und man weiß gar nicht, wofür das eigene Geld eigentlich ausgegeben wird.

Hier ist es eine gute Idee, einen Privatkredit aufzunehmen, um die vielen 0%-Finanzierungen abzulösen. So existiert nur noch ein einziger Kreditvertrag, der mit einer einzelnen monatlichen Rate bedient wird. Die Verbraucher wissen somit genau, in welche Kanäle ihr Geld fließt, und können eine gezielte und passgenaue Finanzplanung vornehmen.

Wenn individuelle Konditionen ausgehandelt werden sollen

Bei 0%-Finanzierungen oder einem Dispokredit ist es in der Regel nicht möglich, individuelle Konditionen auszuhandeln. Die jeweiligen Anbieter geben vor, wie die Rückzahlung des Kredits zu erfolgen hat und wie hoch beispielsweise die Dispozinsen sind. Verbraucher können sich lediglich entscheiden, ob sie die angebotenen Konditionen in Anspruch nehmen oder nicht, eine individuelle Anpassung auf die eigene Situation oder besondere Wünsche ist hingegen nicht möglich.

Das sieht bei einem Privatkredit anders aus. Hier besteht die Möglichkeit, mit den Anbietern zu handeln und den Kredit so zu zuschneiden, dass er zu den eigenen Anforderungen und Wünschen besonders gut passt. Einigen Verbrauchern ist es wichtig, kleine Monatsraten zur Verfügung zu haben, um sich ihre finanzielle Flexibilität zu bewahren. Andere möchten gerne eine möglichst lange Zinspreisbindung haben, um von den niedrigen Zinsen am Markt zu profitieren. Wieder anderen kommt es darauf an, die Möglichkeit zu Sondertilgungen zu haben, wenn ihnen einmal mehr Geld als gedacht zur Verfügung steht. Sowohl mit Banken als auch mit privaten Kreditgebern ist es möglich, solche individuellen Konditionen auszuhandeln.

Wenn die EZB ihren Leitzins erhöht

Aktuell verfolgt die EZB eine Niedrigzinspolitik. Sie hat ihren Leitzins auf null gesenkt, wodurch Geld am Markt besonders günstig zu haben ist. Das führt unter anderem dazu, dass sich stark verschuldete Staaten gut refinanzieren können, was eine größeren Stabilität der Eurozone zur Folge hat. Außerdem bringt dieses Vorgehen mit sich, dass die Zinsen für Kredite im Keller sind. Banken und Kreditinstitute sollen dazu angehalten werden, viele Kredite zu vergeben, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Angesichts einer steigenden Inflation ist es aber möglich und wahrscheinlich, dass diese Niedrigzinsphase irgendwann endet und der Leitzins wieder ansteigt.

In einem solchen Fall ist es sinnvoll, einen Privatkredit aufzunehmen. Ein steigender Leitzins führt nämlich dazu, dass auch die Dispozinsen ansteigen. Somit kostet es deutlich mehr als zuvor, sich Geld auf diese Weise von einer Bank zu leihen. Wer vor dem Ende der Niedrigzinsphase jedoch einen Privatkredit aufnimmt, kann eine möglichst lange Zinsfestschreibung vereinbaren. Selbst wenn der Leitzins wieder ansteigt, müssen die Kreditnehmer nur die Zinsen zahlen, die sie bei Vertragsabschluss vereinbart haben. Aber selbst wenn der Leitzins nicht angehoben wird, sind die Zinsen für einen Privatkredit ausgesprochen günstig. Es ist daher in beiden Fällen eine gute Idee, sich für einen Privatkredit zu entscheiden.

Wenn das günstigste Angebot gesucht wird

Bei einer 0%-Finanzierung oder der Nutzung des Dispos haben Verbraucher nur wenige Möglichkeiten, unterschiedliche Angebote zu vergleichen. Sie müssen den Überziehungsrahmen ihrer Hausbank in Anspruch nehmen, der nicht immer zwingend der günstigste ist. Außerdem müssen sie auf die Produkte des Dienstleisters zurückgreifen, der die 0%-Finanzierung anbietet. Hier kann es ebenfalls passieren, dass es sich hierbei nicht um das günstigste Angebot am Markt handelt.

Anders sieht es aus, wenn sich Kreditnehmer für einen Privatkredit entscheiden. Hier haben sie die Möglichkeit, unterschiedliche Banken, Kreditinstitute und private Geldgeber miteinander zu vergleichen und genau das Angebot auszuwählen, das zu ihnen passt und das am wenigsten kostet. Gerade im Onlinebereich ist es möglich, verschiedene Kreditangebote einander gegenüberzustellen und hinsichtlich diverser Kriterien miteinander zu vergleichen. Mit Hilfe der Kreditsumme können die Nutzer gewünschte Artikel dann überall dort kaufen, wo sie angeboten werden, und sind nicht auf die Dienstleister angewiesen, die eine 0%-Finanzierung anbieten. Hierüber ist es ebenfalls möglich, gutes Geld zu sparen.

Wenn die eigene Bonität gut ist

Wer eine gute Bonität besitzt, sollte sich ebenfalls für einen Privatkredit entscheiden. Banken, Kreditinstitute und private Geldgeber arbeiten häufig mit Auskunfteien zusammen, um sich im Rahmen einer Bonitätsprüfung einen Eindruck von der Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral der Antragsteller zu verschaffen. Sie wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben und wie hoch ihr jeweiliges Ausfallrisiko bei einer Kreditvergabe ist. Wer beispielsweise einen guten Schufa-Score besitzt, gilt den Geldgebern als seriös und verlässlich, sodass sie besonders gute Kreditkonditionen bereitstellen.

Es lohnt sich daher, sich um eine gute Bonität zu bemühen. Hierzu gehört unter anderem, Rechnungen immer pünktlich und vollständig zu bezahlen, die Zahl der Kreditkarten und Bankkonten zu beschränken und weitestgehend auf 0%-Finanzierungen zu verzichten. Wer mit solchen Maßnahmen einem guten Schufa-Score erreicht, profitiert von einem Privatkredit nahezu immer mehr als von Dispokredit und 0%-Finanzierungen. Außerdem sollte jeder Verbraucher das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft in Anspruch nehmen. So können eventuell vorhandene Daten gelöscht oder korrigiert werden, die falsch oder veraltet sind.

Wenn ein zweiter Kreditnehmer mit ins Boot geholt werden soll

In einigen Fällen ist es so, dass die eigene Bonität nicht ausreicht, um einen Privatkredit zu bekommen. In solchen Situationen ist es ebenfalls nicht zwingend nötig, auf den Dispo oder 0%-Finanzierungen zurückzugreifen. Viele Menschen, die einen Kredit aufnehmen wollen, entscheiden sich dann dafür, einen zweiten Kreditnehmer ins Boot zu holen. Dessen Bonität wird dann ebenfalls in die Bewertung aufgenommen und führt meist dazu, dass man einen Privatkredit bekommt.

Solche Kooperationen sind beispielsweise sinnvoll, wenn Geschäftspartner Investitionskredite für ihr Unternehmen aufnehmen oder Kleinunternehmer ein Rechnungsprogramm für ihre tägliche Arbeit anschaffen möchten. Ebenso können Privatpersonen die Bonität ihrer Freunde und Verwandten nutzen, um einen Privatkredit zu bekommen. Diese Strategie hilft dabei, möglichst wenig für einen Kredit auszugeben und nicht zwingend auf den Dispo oder 0% Finanzierungen angewiesen zu sein.

Wenn der Kredit in monatlichen Raten zurückgezahlt werden soll

Vielen Kreditnehmern ist bei der Rückzahlung der Kreditsumme eine gewisse Regelmäßigkeit wichtig. Diese ist bei einem Dispokredit nicht gegeben. Hier muss kein fester Betrag monatlich zurückgezahlt werden und es steht den Kreditnehmern nahezu komplett frei, wann sie die Kreditsumme zurückzahlen. Das bietet einerseits eine große finanzielle Flexibilität, führt aber auch leicht dazu, dass man die Rückzahlung vor sich herschiebt. Die Konsequenz ist, dass durch die Dispozinsen hohe Kosten entstehen, die sich durch eine kontinuierliche Rückzahlung vermeiden ließen.

Ein Privatkredit arbeitet grundsätzlich anders. Hier vereinbaren Kreditgeber und Kreditnehmer eine feste monatliche Rate, in der sowohl die Tilgung als auch die Zinsen für den Kredit enthalten sind. Jeden Monat wird ein fester Betrag an das Kreditinstitut oder den privaten Geldgeber überwiesen. Hierdurch verringert sich die Kreditsumme kontinuierlich und es steht genau fest, wann der Kredit komplett zurückgezahlt sein wird. Hierdurch bekommen die Kreditnehmer eine große finanzielle Sicherheit und können besonders gut für die Zukunft planen.

Wenn eine Kreditberatung gewünscht wird

Wer den Überziehungsrahmen des Girokontos nutzt, muss sich nicht im Vorfeld beraten lassen. Die Gefahr besteht, dass der Dispo komplett ausgereizt wird und man in eine Spirale hineingerät, die die Rückzahlung immer schwieriger oder sogar unmöglich macht. Wenn die Zinsen irgendwann so ansteigen, dass selbst mit dem gesamten monatlichen Einkommen der Dispo nicht ausgeglichen werden kann, entsteht ein großes Problem. Solche Schwierigkeiten ließen sich durch eine professionelle Kreditberatung vermeiden.

Wer einen Privatkredit aufnimmt, bekommt eine solche Kreditberatung. Die Interessenten informieren sich bei ihrem Bankberater über die verschiedenen Kreditkonditionen und die damit einhergehenden Rechte und Pflichten. Sie wissen somit genau, worauf sie sich bei dem Kreditvertrag einlassen, und können so finanzielle Schwierigkeiten vermeiden. Außerdem haben sie einen konkreten Ansprechpartner, an den sie sich bei Fragen und Problemen wenden können. Hierdurch ist die Gefahr einer Überschuldung viel geringer und Verbraucher können bewusster und verantwortungsvoller mit ihrem Kredit umgehen.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl von Situationen, in denen ein Privatkredit eine sinnvolle Lösung ist. Der Dispo eignet sich nur für Geld, das kurzfristig benötigt wird, und 0%-Finanzierungen sind nur in wenigen Fällen günstiger als ein Privatkredit. Deswegen lohnt es sich, vor einem Kauf verschiedene Kreditangebote in den Blick zu nehmen und zu prüfen, welche Lösung für einen selbst am besten geeignet ist. Im Onlinebereich gibt es viele Plattformen, auf denen unterschiedliche Anbieter einander gegenübergestellt werden können. Ebenso ist es möglich, eine professionelle Bankberatung in Anspruch zu nehmen, wenn man sich bei bestimmten Fragen rund um den Kredit unsicher ist.

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