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    Banking geht in die nächste Runde
    07-02-2019

    Banking geht in die nächste Runde

    Über Geld redet man bekanntlich zwar nicht, aber dafür können wir umso besser darüber schreiben, wie man sich mit seinen Finanzen auseinander setzt. Die großen Finanzinstitute schließen Filialstellen zum Teil, weil sich die Personalkosten für Kassenschalter nicht mehr rentieren. Stattdessen finden Sie in den Räumlichkeiten Automaten, mit denen Sie selbst Überweisungen tätigen und Geld abgehen können. Aber selbst diese Automaten brauchen Sie kaum noch. An den meisten Kassen können Sie inzwischen mit der Girokarte bezahlen und Rechnungen begleichen Sie über das Online-Portal Ihrer Bank. Fortschritt ist ja schön und gut, aber ist dies alles, was die Technik Ihnen ermöglicht?

    Neue Möglichkeiten
    Der neue Mitspieler auf dem Finanzmarkt sind Start-Ups im Sektor FinTech. Hinter diesem Begriff verstecken sich unterschiedliche Finanzdienstleister, die sich mit der Verwendung neuer technischer Möglichkeiten beschäftigen. Dadurch können zum einen Ihnen als Bankkunde neue Funktionen angeboten werden, wie Sie Ihre Finanzen verwalten, Transaktionen tätigen oder auch welche Anbieter Ihnen mit welchen Konditionen zur Auswahl stehen. Dies gilt für die Bereiche Sparen, Anlegen, Investieren, Kredite und die täglichen Giro-Bewegungen. Im Hintergrund sind andere FinTechs aktiv, die Dienstleistungen für Banken ausführen. Dazu können die Sicherheit von Daten, Einlagen und Transkationen, aber auch Unternehmensfinanzierung und das Überwachen von Märkten oder Portfolios gehören.

    Neue Funktionen
    Wenn Sie nun sparen, investieren oder die täglichen Geldgeschäfte abwickeln möchten, müssen Sie dafür nicht mehr die Räumlichkeiten der Bank aufsuchen. Einige der neuen Finanzinstitute verfügen überhaupt nicht über Filialen. In einigen Fällen bestehen Partnerschaften mit anderen Instituten, sodass beispielsweise Geldabheben an bestimmten Automaten kooperierender Banken möglich ist. Den Rest der Bankgeschäfte erledigen Sie vollständig online. Dies an sich ist natürlich nichts vollkommen neues, aber sogar die Kontoeröffnung läuft bei vielen Banken mit einem Autorisierungsverfahren in mehreren Online-Schritten oder per Post. Erfolgreich absolviert, wird Ihnen die Bankkarte zugeschickt, mit der Sie an den Kassen zahlen können. Zwar ist der bargeldlose Bankverkehr in Deutschland noch nicht so ausgeprägt wie in einigen anderen Ländern, aber dennoch lässt sich gerade bei der jüngeren Bevölkerung dieser Trend beobachten. Skandinavien war der Vorreiter, dass Sie beim elektronischen Klingelbeutel in der Kirche mit Karte zahlen können, was jetzt auch in Berlin möglich ist. Nicht zu vergessen sind Kryptowährungen, bei denen Sie überhaupt kein Geld in der Hand halten können, da es sich um einen digitalen Code handelt.

    Die Finanzen im Griff
    Das Smartphone ist für viele von uns aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Daher sind auch Banking-Apps nicht verwunderlich, in denen Ihnen die gleichen Funktionen wie im Online-Portal angeboten werden. Die Forschung geht allerdings noch weiter: an der Kasse mit dem Handy zahlen. Damit könnte sogar die Bankkarte unnötig werden. Mit weiteren Apps haben Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick, werden aktuell über den Börsenkurs informiert oder können Zinssätze vergleichen lassen. Bei den Angeboten von FinTechs sind diese Funktionen häufig schon integriert, sodass Sie sich keine zusätzliche App herunterladen und Daten manuell eingeben müssen. Wenn Sie mit dem Handy oder der mit dem Konto verbundenen Karte bezahlen, werden Ihnen die Ausgaben mit einem Klick oder Tipp nach Kategorie sortiert angezeigt und Sie können herausfinden, was für das Loch in der Haushaltskasse verantwortlich ist.

    Gegenseitige Hilfe
    Ein wichtiger Punkt des Internets ist die Partizipationskultur. Jeder kann etwas posten, eine Webseite über sein Hobby erstellen oder Videos veröffentlichen und umgekehrt sollten wir in einer freien, selbstbestimmten Kultur auf all diese Inhalte zugreifen können. Dieses Prinzip wurde mit den neuen Mitspielern nun auch auf den Finanzsektor übertragen. Bei Fragen stehen Ihnen Kundenberater in vielen Fällen nicht nur per E-Mail und Telefon zur Seite, sondern auch per Chat und Sie können Fragen im Forum stellen. Über andere Anbieter können Sie in Echtzeit Geld an Freunde oder Unternehmen übermitteln oder einen Betrag von diesen fordern. Darüber hinaus wird auch das Finanzieren beziehungsweise Investieren persönlicher. Beim Peer-to-Peer-Kredit leihen sich Privatpersonen über eine Vermittlerplattform von anderen Privatpersonen das Geld, wobei auch mehrere Investoren möglich sind, die an den Zinsen verdienen können. Auch Crowdfunding wird immer häufiger genutzt. Hierbei stehen sowohl private Anliegen wie auch unternehmerische Ideen zur Auswahl, wobei es sich dann allerdings um eher um eine Spende handelt.

    Foto: pxhere

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