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    Mit Miau oder ohne Miau? Tierversuche in der Kosmetikbranche
    10-02-2021

    Mit Miau oder ohne Miau? Tierversuche in der Kosmetikbranche

    Tierversuche für Kosmetikartikel sind schon seit vielen Jahren verboten - doch scheint es noch gesetzliche Schwachstellen zu geben … Und außerdem: Wie steht’s mit “Bio”- und “Natur”-Kosmetik? Werden die Produkte heutzutage nachhaltiger hergestellt?

    Es hat sich schon viel getan

    - seit 2004 dürfen weder dekorative (Make Up, Lippenstift & Co.) noch pflegende Kosmetika (Körperpflegeprodukte & Co.) an Tieren getestet werden. Der letzte Schritt hinsichtlich Tierschutz ist jedoch erstaunlicherweise noch gar nicht so lange her: Erst seit 2013 dürfen in der EU auch keine Kosmetika mehr verkauft werden, deren Inhaltsstoffe in anderen Ländern an Tieren getestet wurden.
    Zumindest in der EU kann man daher - einigermaßen - sicher sein, dass kein Lippenstift und keine Anti Aging-Creme, die mit Tierleid entwickelt oder hergestellt wurde, ihren Weg in die Parfumerie findet. Beim Online Shopping sollte man die Unternehmen jedoch schon ein wenig unter die Lupe nehmen - auf Bewertungsportalen wie Erfahrungenscout finden Sie Berichte von Kunden, die beispielsweise Ihre Erfahrungen mit Boohoo oder Facetheory erzählen, da bekommen Sie einigen Einblick, um sich besser orientieren zu können.

    Doch wie steht es mit den Rohstoffen, die für die Kosmetika benötigt werden?
    Hier ist die Situation leider nicht so klar, wie man es sich wünschen würde, wie überhaupt die ganze Angelegenheit etwas verwickelt und zudem mit vielen Ausnahmeregelungen verknüpft ist.
    So gibt es die europäische Chemikalienverordnung, die besagt, dass Rohstoffe, die auch in Kosmetika Anwendung finden, zum Beispiel bezüglich einer Risikobewertung für Umweltschäden sehr wohl in Tierversuchen überprüft werden müssen, wenn sie neben der Kosmetik in anderen Produkten ebenfalls Anwendung finden.
    Solche außertourlichen Regelungen, die wahrscheinlich nicht allzu viele Rohstoffe betreffen, bewirken jedoch eine unsicher machende Grauzone - und man fragt sich dann, ob es wirklich gerechtfertigt ist, für glatte Haut und verführerisch geschminkte Augen unklare Regelungen zu unterstützen.

    Die EU ist jedoch bezüglich Kosmetika auch weiterhin nicht tierversuchsfrei. Einige Länder außerhalb der EU verlangen, dass Kosmetikartikel an Tieren getestet wurden - ansonsten dürfen sie nicht dorthin exportiert werden. Manches Unternehmen lässt sich diese Gewinne nicht entgehen. Doch hier kann man erfreut feststellen: Viele Firmen verzichten auf diese Geschäfte und halten sich an die Tierschutzregelungen der EU.
    Das freut nicht nur die Tierschützer, sondern sicher auch die Verbraucher: Schöne Haut muss auch ohne Tierleid möglich sein - es gibt wohl niemanden, der das bewusst in Kauf nähme. Nur weiß man leider nicht immer, wie das diese oder jene Firma handhabt und ob nicht doch noch eine irgendwo versteckte Regelung es erlaubt, die prinzipiell feststehenden Gesetze in Ausnahmefällen umgehen zu dürfen.

    Wie steht es nun mit der Nachhaltigkeit? Wenn man empfindliche und trockene Haut hat oder auf die Qualität und Reinheit einer Anti Aging-Creme setzen möchte, wird man sich ganz besonders darum kümmern, dass keine problematischen Inhaltsstoffe in Creme & Co. zu finden sind und die Rohstoffe nicht in pestizidverseuchten Monokulturen angebaut wurden.
    Doch geht es hier natürlich nicht nur darum - es geht bei der Nachhaltigkeit erst einmal um die Verpackung. Viele Betriebe bemühen sich in der Hinsicht schon sehr und sorgen entweder für wiederbefüllbare Gefäße oder aber setzen bei der Technologie der Verpackung an: So gibt es statt der noch vielerorts üblichen Plastik - und Aluminiumbehälter bereits recyclebare Verpackungen, was den Müll doch entscheidend reduziert. Auch Glasverpackungen, die ebenfalls problemlos recycelt werden können, kommen vermehrt zum Einsatz
    Weitere nachhaltige Entwicklungen sind Verpackungen aus Bambus, der zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen gehört, dazu gut verarbeitbar und widerstandsfähig ist - und nicht zuletzt auch noch gut aussieht. Dann Styropor - es kann durch getrocknetes Gras ersetzt werden: Es steht dem Styropor in seiner Funktion in nichts nach, bietet sogar noch den zusätzlichen Benefit, dass es eventuell vorhandene Feuchtigkeit aufnimmt..

    Was gibt es über die Inhaltsstoffe von Zahnpasta, Körperpflege-Creme und Co. zu erzählen?
    Leider findet in vielen Produkten auch Mikroplastik Anwendung, das beigefügt wird, um Glanz und Konsistenz zu verbessern oder als Abrasivum in Peelings. Mikroplastik, das in der Zahnpasta als Schleifmittel Verwendung fand, wurde mittlerweile verboten - Zähne putzen ist daher jetzt ohne Plastik im Mund möglich.

    Die Hersteller von Produkten, die sich mit der Bezeichnung “Naturkosmetik” schmücken dürfen, verpflichten sich dazu, ihre Kosmetika zumindest zum Teil aus Rohstoffen natürlichen Ursprungs herzustellen. Bio-Kosmetik geht einen Schritt weiter, das Bio-Siegel wird nur vergeben, wenn die Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Hier gibt es allerdings auch oft unklare Regelungen, die Bewertungen sind noch nicht vereinheitlicht.
    Insgesamt ist jedenfalls deutlich, dass man sich bemüht, Fortschritte zu machen in Richtung Nachhaltigkeit. Vieles ist schon geschehen, und das ist erfreulich.

    Wir müssen alle immer wieder darauf aufmerksam machen, dass Kosmetikartikel, die auf Tierleid oder umweltschädlichen Praktiken beruhen, unerwünscht sind - dann werden auch noch die letzten Unklarheiten und Grauzonen verschwinden.

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