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    Energien fürs Leben
    03-02-2021

    Energien fürs Leben

    Wer bietet in Deutschland was und zu welchen Bedingungen? Wie kann ich meinen Energielieferanten wechseln? Wir informieren.

    Vor 1998 war in Deutschland die Energieversorgung, also das Bereitstellen von Stromenergie und Wärme wie in so vielen anderen Ländern auch, in staatlicher Hand: Acht Energielieferanten, die mit den staatlichen Institutionen zusammenarbeiteten, hatten ganz Deutschland unter sich aufgeteilt - der Endverbraucher schließlich bekam seine Energie vom regionalen Anbieter geliefert, den er sich allerdings auch nicht aussuchen konnte. Die Energieversorgung war monopolisiert.
    Monopol - dieses Wort wird nicht gerne gehört und es kommt schnell der Verdacht auf, dass diese Stellung ausgenutzt werden könnte. Doch war hier das Monopol durch Regelungen so eingeschränkt und festgelegt, dass daraus kein Missbrauch entstehen konnte.

    Die Energieversorgung wurde dann jedoch privatisiert, der Markt freigegeben - dereguliert. Die Idee dahinter war, attraktive Preise für die Endabnehmer zu erzielen - durch Konkurrenz. Da der Kunde nun selbst auswählen konnte, wurde der Wettbewerb unter den Anbietern angekurbelt und Preisänderungen waren und sind die Folge davon - Preisänderungen, die dem Energie-Endverbraucher zugut kommen sollen.

    Über 1300 Stromanbieter, fast 1000 Gaslieferanten und mehr als 500 Unternehmen, die Fernwärme bereitstellen und ihre Kunden mit Energie versorgen - der Markt ist groß und schon ziemlich unübersichtlich. Der Kunde als Endverbraucher hat nicht nur die Qual der Wahl, sondern, positiv gesehen, auch die Chance der Wahl, möchte diese natürlich auch gerne nützen und eine attraktive Option für sich herausholen.

    Um in diesem großen Markt das für sich richtige herauszufinden, sollte man erst mal überdenken: Worauf kommt es mir an bei der Wahl des Energieunternehmens, welche Kriterien muss ich beachten? Wie sieht es mit den Preisen aus? Und, eine der wichtigsten Fragen: Woher kommt die Energie, die ich da geliefert bekomme?

    Preis? Öko? Regional? Was ist mir am wichtigsten?

    Wie Sie nun an Ihre Entscheidungsfindung herangehen wollen, kommt ganz darauf an, welches Kriterium Ihnen wichtig ist - das schränkt dann schon mal die Möglichkeiten etwas ein. Ist Ihnen ein besonders günstiger Preis das wichtigste? Oder kommt es Ihnen hauptsächlich darauf an, dass die Energie so weit wie möglich aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen wird, Sie Ihren CO2-Fußabdruck verringern wollen? Oder ist es für Sie entscheidend, dass der Anbieter regional ist? Oder am liebsten eine Kombination aus allem?
    Da man sich an einen Anbieter vertraglich meist länger binden muss, ist die Entscheidung auch aus diesem Grund doch recht gewichtig - bei Unzufriedenheit kann dann vielleicht nicht so rasch wie gewünscht gewechselt werden. Vorausschauend könnte man sich aber auch gleich bei einem Unternehmen anmelden, bei dem man nicht so lange gebunden ist und daher im Falle des Falles flexibel reagieren kann.

    Da den allermeisten Menschen eine Trendwende in der Energieversorgung weg von den fossilen Energieträgern hin zu den erneuerbaren sehr wichtig ist, wird dies in vielen Fällen ein ausschlaggebendes Kriterium sein, zum Beispiel bei Strom.
    Hier ist schon einiges geschehen - Strom wird in Deutschland bereits zu über 40% aus erneuerbaren Energieträgern produziert, wobei hier die Windkraft die Nase vorn hat.

    Ist Öko immer Öko?

    Bei den Anbietern von Öko-Strom sollte man zusätzlich schauen, ob das Unternehmen in den “Eco Top Ten” gelistet ist und dies mit dem Gütesiegel “ok-power” oder “Grüner Strom” nachweist. Das Siegel “ok-power plus” bescheinigt, dass dieses Unternehmen sich auch noch zusätzlich dafür engagiert, dass “die Erneuerbaren” ausgebaut werden.
    Wichtig ist auch der HKN - Herkunftsnachweis: Bei EE-Strom (Erneuerbare Energien) muss ausgewiesen werden, woher er stammt - ebenfalls ein hilfreiches Entscheidungskriterium.
    Wie unterschiedlich das alles aussehen kann, können Sie beispielsweise hier bei den Rezensionen zur Firma “lekker” nachlesen.

    Auch der Preis kann den Ausschlag geben, sich für oder gegen ein Unternehmen zu entscheiden. Im Internet finden Sie zahlreiche Tarifvergleichsportale und Tarifrechner.
    Wichtig zu wissen: Bei Tariferhöhungen (und bei Umzug) haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Sonderkündigung müssen Sie immer selbst einreichen, das ist gesetzlich so vorgesehen.

    Sind Sie derzeit bei einem Anbieter und haben vor, diesen zu wechseln, müssen Sie keinesfalls befürchten, auch nur eine Stunde ohne Energieversorgung dazustehen, wenn Sie sich für ein anderes Unternehmen entscheiden. Um ihren neuen Kunden den Wechsel noch schmackhafter zu machen, wird auch oft angeboten, die Kündigung des alten Vertrages zu übernehmen - das heißt, Sie müssen sich nur noch entscheiden, wer Sie in Zukunft mit Energie beliefern darf und können sich dann “bequem zurücklehnen”.
    Ein Vergleichsportal für alle, die wechseln wollen, ist Wechselpilot - ganz besonders interessant deshalb, weil es unabhängig agiert und daher unbeeinflusst Empfehlungen abgeben kann.

    Um sich einen Überblick zu verschaffen, bieten sich auch Bewertungsportale an. Rezensionen und Bewertungen durch Kunden sind oft sehr informativ und vor allem im Normalfall frei “von der Leber weg”, man nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Eines diese Portale ist Erfahrungenscout - hier können Sie in Ruhe nachlesen, wie es mit diesem oder jenem Unternehmen geklappt hat oder welche Fallstricke es eventuell gibt.

    Die Trendwende im Energiebereich lässt sich - hoffentlich - nicht mehr aufhalten.
    Tun wir all das Unsere dazu, dass es hier zügig weitergeht - mit dem “richtigen” Anbieter tun wir nicht nur für uns selbst einen wichtigen Schritt, sondern auch für unser aller Umwelt.

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