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    Wir strahlen nicht mehr lange …
    10-03-2021

    Wir strahlen nicht mehr lange …

    … und das macht uns froh! Zur aktuellen Lage der Atomkraft in Deutschland

    Wie war das noch mal? Und wann? 2011?
    Fukushima hatte offensichtlich der ganzen Welt einen gehörigen Schrecken eingejagt, die Bilder und Videos gingen um den Globus und erfüllten alle, die sie sahen, mit Grauen.
    Die Atomenergie und deren “Sicherheit” wurde mit diesem Keulenschlag der Geschichte wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, man begann ernsthaft, sie zu überdenken und kritischer zu sehen, und zwar endlich mal mit dem Gedanken an die Option Gesamtausstieg. In direkter Folge des japanischen Atomunfalls wurden das Kraftwerk in Krümmel (bei Hamburg) sowie die sieben ältesten Atom-Kraftwerke Deutschlands geschlossen, der komplette Ausstieg aus der Atomenergie soll bis zum 31. Dezember 2022 erfolgt sein.
    Nach der Wende wurden im ehemaligen Ostdeutschland bereits mehrere Kraftwerke abgeschaltet.

    Die Anti-Atom-Demonstrationen der 70er-Jahre sind längst vorüber, es war danach recht still geworden um “Atomkraft? Nein, danke!” In der Energiewirtschaft konzentrierte man sich schon von jeher auf die Vorteile, die man glaubte, mit der Energiegewinnung durch Atomkraft frei Haus geliefert zu bekommen: Eifrige Verfechter der Technologie nannten sie auch gerne mal “saubere Energie” oder auch “billige Energie” - und verdrängten und / oder verschwiegen dabei, dass es sich keineswegs um saubere und auch nicht um letztlich billige Energie handelt, nur weil keine rußgeschwärzten Schlote die Landschaft verunzieren und grauen Rauch über Stadt und Land blasen.

    Ganz hatten die Proteste gegen die Atomkraft jedoch nie aufgehört. Hin und wieder konnte durch halbherzige Zusagen oder auch den einen oder anderen kleinen Teilerfolg etwas Ruhe in die Auseinandersetzung gebracht werden. Insgesamt jedenfalls ging der Trend weiterhin in Richtung mehr Strom aus Atom. Begonnen hatte das bereits Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, als noch der unerschütterliche Glaube an den “billigen und sauberen Strom aus Kernkraft” eine schöne neue Welt des Wohlstands auf uns alle zukommen sah.

    Die Atomkraftgegner opponierten nicht nur gegen die Kraftwerke selbst, sondern auch gegen die Urantransporte dahin und schließlich auch hinsichtlich des übrigens noch immer nicht optimal gelösten Problems der Entsorgung der jahrtausendelang strahlenden Brennstäbe. Diese wurden zunächst mitten in Deutschland in Gorleben gelagert. Aus diesem Anlass flammten die Proteste Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wieder auf. Diese Aktionen führten zur Bildung politischer “Grüner Listen”, die schließlich zur Gründung der Partei “Die Grünen” führte.

    Was den Atommüll betrifft, so glaubt man derzeit, mit der Lagerung in einem aufgelassenen Abbaustollen im Salzstock von Salzgitter eine gute Lösung gefunden zu haben. Glaubt man. Die Anlage soll 2022 in Betrieb gehen, nachdem es dort schon einige nicht vorhersehbare Zwischenfälle gegeben hat. Wenn man dann dazu noch erfährt, dass bei der Lagerung dafür gesorgt werden muss, dass der notwendige Isolationszeitraum - also der Zeitraum, in dem der Atommüll nicht mit der Biosphäre in Kontakt kommen darf, weil noch immer Gefahr von ihm ausgeht - mit einer Million (!!) Jahre veranschlagt wird, kann einem angesichts solcher Feststellungen schon das kalte Grauen aufsteigen.

    Derzeit laufen in Deutschland noch sechs Atomkraftwerke, die etwa 12 % der Stromproduktion stellen. Dass bei Abschalten dieser Kraftwerke die Lichter ausgehen oder die PC-Displays schwarz bleiben, ist trotzdem nicht zu befürchten. Abgesehen von der Leistung der Kernkraftwerke wird in Deutschland ausreichend Strom produziert, sogar so viel, dass exportiert werden kann. Und zudem wird zunehmend auf erneuerbare Energien gesetzt - es wird daher voraussichtlich kein Strommangel herrschen.

    Den Befürwortern der Atomenergie, die noch immer an den billigen Atomstrom glauben, sei versichert, dass der Atomstrom derzeit immer teurer wird, der Strom aus erneuerbaren Energieträgern jedoch immer günstiger: eine erfreuliche Tendenz.

    Wie kann man als Endverbraucher, der nichts mit der Kernkraft zu tun haben will, sicher sein, keinen Atomstrom zu beziehen?

    Da sollte man auf Stromanbieter setzen, die sich von Grund auf den neuen umweltschonenden Technologien verschrieben haben und ihren Kunden tatsächlich “sauberen” Strom bieten.

    Da es schon recht viele Energieanbieter gibt, kann man leicht die Übersicht verlieren und möchte außerdem nicht unbedingt tagelang recherchieren. In solchen Fällen hilft es entscheidend, sich auf den diversen Bewertungsplattformen umzusehen. Auf Erfahrungenscout beispielsweise sind jede Menge Anbieter vertreten und wurden von zufriedenen oder auch weniger zufriedenen Kunden bewertet. So bekommt man einen recht guten Einblick in die zu beachtenden Kriterien. Vielleicht haben Sie Interesse, gleich einmal ganz konkret bei Schweizstrom hineinzulesen.

    Mittlerweile weiß es wahrscheinlich schon jeder Grundschüler: Atomkraft ist alles andere als sauber, alles andere als billig und vor allem alles andere als harmlos. Seit 2011 nach Fukushima der beschleunigte Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen wurde, nachdem man die kurz davor verabschiedete Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zurückzog, darf man ja auch wieder laut darüber nachdenken, ohne sich des politischen Radikalismus verdächtig zu machen.

    Atomkraft? Nein, danke - wir strahlen bald nicht mehr!

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