Kurzer Leitfaden zum Mieten einer Wohnung mit Haustieren in Deutschland

Kurzer Leitfaden zum Mieten einer Wohnung mit Haustieren in Deutschland
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Jeder Mieter mit Haustieren kennt dieses mulmige Gefühl beim Anmieten einer neuen Wohnung, ob alles mit den kleinen Lieblingen klappt. Schließlich gibt man ein liebgewonnenes Haustier nicht einfach ab, nur weil man einen neue Wohnung anmietet. Es gibt mehrere Faktoren der Unsicherheit, die bei einem Wechsel der Mietwohnung zu schaffen machen:

  • Ist mein Haustier in der neuen Wohnung erlaubt?
  • Falls es gesetzlich erlaubt ist, ist es auch erwünscht?
  • Wie werden die Nachbarn reagieren?

Um die erste Frage werden wir uns in diesem kurzen Leitfaden im Detail kümmern. Hier erfahren Sie ganz genau, was in Deutschland beim Anmieten einer Wohnung erlaubt ist und was nicht. Die zweite Frage können Sie erst beim Abschließen oder beim ersten Zusammentreffen mit den Vermietern klären. Der letzte Punkt kann leider erst nach dem Einzug beantwortet werden.

Das Finden einer Wohnung in Deutschland ist inzwischen extrem leicht geworden. Sie geben einfach in die Suchmaschine Ihr gewünschtes Gebiet wie Göttingen Apartments for rent ein und schon erhalten Sie einen ganze Reihe von Vorschlägen für Vermietungsplattformen. Die rechtliche Frage betreffend die Haustierhaltung in Mietwohnungen in Deutschland klären wir gleich hier.

Ihr rechtlichen Ansprüche auf ein Haustier in der Wohnung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat schon im Jahr 2013 eindeutig entschieden, dass ein generelles Haustierverbot in Mietwohnung vollkommen unzulässig ist. Die Entscheidung finden Sie unter BGH Aktenzahl VIII ZR 168/12 aus dem März 2013. Es handelt sich laut BGH um eine unangemessene Benachteiligung von Mietern mit Haustieren entsprechend dem § 307 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Ferner hat der BGH die Tierhaltung aber auch nicht uneingeschränkt zugelassen, sondern viel mehr ausgeführt, es “hänge die (Un-)Zulässigkeit einer Tierhaltung von einer umfassenden Abwägung der beiderseitigen Interessen im Einzelfall unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte ab.”

Danach wurde auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei Hunden eine solche Interessenlage für ein Haltungsverbot vom Gesetzgeber aus nicht bestehen kann. Als Interessen des Mieters wurden nicht nur die Notwendigkeit eines Blindenhundes angeführt, sondern auch, dass die Mieter ein “seit längerer Zeit gehaltenes, ihnen vertrautes Tier bei einem Wohnungswechsel nicht ohne Gefahr einer Dekompensation abschaffen könnten.”

Die Bedeutung der Entscheidung für die Mieter

Natürlich ist diese Entscheidung des Bundesgerichtshofs auch kein uneingeschränkter Freischein für die Haltung von beliebigen Haustieren. Jedem vernünftigen Menschen wird klar sein, dass man keinen Löwen oder Panther in der Mietwohnung halten kann. Außerdem gibt es nicht nur das Mietrecht, sondern auch ein ausgezeichnetes Tierschutzgesetz in Deutschland. Das verbietet unter anderem das sogenannte “Animal Hoarding”, wie man es auf Neudeutsch so schön nennt. Sie dürfen also definitiv keine 20 Hunde oder Katzen in der Mietwohnung halten. Das Oberlandesgericht München hat hierzu bereits in der Aktenzahl 5 U 7178/89 entschieden, dass “in der Regel zwei Haustiere” zu erlauben sind.

In der Praxis hat sich überdies durch mehrere gerichtliche Entscheidungen ein einheitliches Vorgehen in dieser Frage herauskristallisiert. Gehen Sie daher im ersten Schritt nach folgenden Entscheidungsmerkmalen vor:

  • Kleintiere wie Kaninchen, Hamster, Ratten, Vögel und Fische sind immer erlaubt. Sie müssen nicht einmal beim Vermieter nachfragen.
  • Bei gefährlichen und exotischen Kleintieren wie Schlangen oder giftigen Spinnen benötigen Sie immer eine schriftliche Erlaubnis vom Vermieter. Igel zählen seit der Entscheidung zur Aktenzahl 12 C 133/14 des Arbeitsgerichts Berlin-Spandau auch zu diesen gefährlichen Kleintieren.
  • Über kleine Hunde und Katzen informieren Sie den Vermieter, aber er kann es nicht verbieten, wenn es höchstens zwei sind.
  • Für große Hunde und alle anderen Tiere benötigen Sie immer eine schriftliche Genehmigung vom Vermieter. Dieser muss eine Ablehnung aber gut begründen.

Das sind erstmals die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten, damit Sie keine Probleme in der neu angemieteten Wohnung in Deutschland bekommen.

Wenn der Vermieter die Tierhaltung ablehnt

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Ablehnung durch den Vermieter. Entweder handelt es sich um eine Ablehnung von einem Kleintier oder einem anderen Tier, dass man gar nicht verbieten darf oder um ein begründetes Verbot eines anderen Haustieres. Wir empfehlen Ihnen in allen Fällen, egal, wie eindeutig diese zu sein scheinen, eine Mietervereinigung aufzusuchen.

Lassen Sie sich vom Mieterbund, dem Mieterschutzbund oder einem beliebigen anderen Mieterverein rechtlich beraten. Dann kehren Sie mit fundierten, rechtlich richtigen Argumenten an den Verhandlungstisch zurück. Erwähnen Sie aber nicht gleich, dass Sie sich beim Mieterbund informiert haben. Viele Vermieter geben Ihnen die Wohnung dann auf keinen Fall, weil Sie so schon zu Beginn als Problemmieter gelten.

Diese Verpflichtungen müssen Sie auch nach dem Einzug beachten

Sobald Sie die neue Wohnung mit dem genehmigten Haustier bezogen haben, gibt es in Deutschland weitere Verpflichtungen, die Sie beachten müssen, um eine vorzeitige Kündigung des Mietvertrages und Schadenersatzforderungen zu vermeiden. Die Tiere dürfen natürlich das Mietobjekt nicht beschädigen. Aber es darf auch keine Geruchsbelästigung der anderen Mieter geben. Genauso muss bei der Rückgabe das Mietobjekt geruchsfrei gereinigt werden. Es darf also nicht stinken wie in einem Stall. Selbstverständlich müssen Sie auch dafür sorgen, dass es keine Lärmbelästigung gibt.

So leben Sie glücklich mit einem Haustier in der Mietwohnung

Sie sehen, wie schwierig es werden kann, wenn es wegen eines Haustiers zu rechtlichen Auseinandersetzungen in Deutschland kommt. Daher empfehlen wir gerade Haustierhaltern, sich besonders gut mit allen zu verständigen. Halten Sie nicht nur einen guten, freundschaftlichen Kontakt zu den Vermietern, sondern auch zu den Nachbarn und anderen Mietern im Haus. Nur so können Sie auf Dauer ruhig, zufrieden und glücklich mit Ihren Haustieren in einer Mietwohnung in Deutschland wohnen.

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