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     Kreditkonditionen nicht dem Zufall überlassen - Darauf sollte man achten
    24-06-2021

    Kreditkonditionen nicht dem Zufall überlassen - Darauf sollte man achten

    Wer vorhat, einen Kredit in Anspruch zu nehmen oder sich darüber informieren möchte, sollte aufmerksam sein: Wir zeigen, was man bei einem Kredit auf jeden Fall beachten sollte und wo es die besten Konditionen für einen gibt. Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit, denn die folgenden Tipps und Tricks sorgen dafür, dass Sie sich eine Menge Geld und Ärger ersparen.

    Banken haben großes Interesse, einen Kredit zu vergeben

    Wirtschaftlich betrachtet befinden wir uns in einer Phase der niedrigen Zinsen. Die Bankinstitute machen aktuell größere Gewinne mit Personen, welche Kredite benötigen, als mit jenen, die einfach nur Geldbeträge anlegen wollen.

    Man kann dem Kreditgespräch bei der Bank (idealerweise der Hausbank) recht gelassen entgegensehen. Schließlich liegt es im Interesse der Bankinstitute, diesen auch zu vergeben.

    Verzinsung ist nicht gleich Verzinsung

    Bankinstitute geben bei Kreditverträgen stets zwei Zinssätze an, den Sollzinssatz, früher als Nominalzins bekannt und den Effektivzinssatz. Der erste weist den reinen Zins des Kredites aus, Nebenkosten sind darin nicht angeführt. Aus diesem Grund ist der Sollzins auch stets besser als der Effektivzins. Wesentlich ist zum Vergleich der Effektivzins, denn dieser repräsentiert die tatsächlichen Kosten.

    Vergleichen macht Sinn

    Grundsätzlich sollte man sich immer die Zeit nehmen, verschiedene Bankinstitute und deren Angebot an Krediten miteinander zu vergleichen. Die Unterschiede können in der Praxis nämlich durchaus erheblich sein und einige
    100,- EURO wenn nicht sogar mehr als 1.000,- EURO ausmachen. Man sollte sich jedoch nicht zu viele Angebote von verschiedenen Bankinstituten einholen, das kann sich negativ auf die Schufa auswirken.

    Damit ein Bankinstitut ein Angebot machen kann, muss jedes der Institute eine Schufa-Anfrage zum betreffenden Antragsteller einbringen. Die Schufa könnte das so auslegen, dass man bei mehreren Instituten einen Kredit aufnehmen möchte. Das kann dazu führen, dass der so genannte „Schufa-Score“ sinkt.

    Dieser Score gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kreditnehmer das entlehnte Geld an das Bankinstitut zurückzahlen wird. Das funktioniert wie eine Benotung, je besser die Benotung, umso besser ist die Wahrscheinlichkeit, den Kredit und gute Zinsen zu bekommen. Im Internet findet man leicht einen Kredit-Vergleich, um die günstigsten Angebote miteinander zu vergleichen. Um diesen negativen Einfluss auf den Schufa Score zu vermeiden, empfiehlt es sich, stets nur eine sogenannte „Konditionenanfrage“ zu stellen. Von dieser bleibt der Score nämlich unberührt.

    Muss man bei einem Kredit weitere Produkte abschließen

    Man muss bei einem Kredit unbedingt beachten, dass manche Banken versuchen, nicht nur den betreffenden Kredit, sondern auch weitere Angebote wie zum Beispiel eine Kreditratenschutzversicherung im Zuge der Kreditaufnahme zu verkaufen. Zu diesem Zweck wird zum Beispiel ein Finanzcheck herangezogen, in dem der Berater die persönlichen Informationen und die aktuelle Situation einträgt.

    So erkennt der Berater, welche Produkte noch nicht im persönlichen Portfolio vorhanden sind bzw. welche passen könnten. Sollte der Bankberater also die Wichtigkeit eines bestimmten „Nebenproduktes“ suggerieren, sollte das dringend eingehend geprüft werden.

    Die korrekte Höhe der Rate

    Man sollte bei einem Kredit auf jeden Fall berücksichtigen, eine Rate für die Rückzahlung zu wählen, welche auch bei einer eventuellen Verschlechterung der finanziellen Lage noch zu stemmen wäre. Viele Bankinstitute werden ohnehin eine möglichst niedrige Rate für die Rückzahlung empfehlen.

    Dennoch gilt: Je kleiner die Rate, desto länger muss abbezahlt werden und desto länger fallen auch Zinsen an. Der Kredit ist also kostenintensiver. Noch dazu verlangen die meisten Bankinstitute bei längeren Laufzeiten auch höhere Zinssätze.

    Wie viel Kredit ist genug?

    Dazu muss zunächst das frei verfügbare Einkommen ermittelt werden. Dazu nimmt man das Nettoeinkommen pro Monat und zieht davon die monatlichen Fixkosten ab. Typisch sind zum Beispiel

    • die Miete und die Nebenkosten

    • die Kosten für das Auto (ggf. Leasing), für die Versicherung und das Benzin

    • die Kosten für Telefon, für Internet und GEZ

    • die Kosten für Versicherungen

    • bereits bestehende Kreditraten.

    Jetzt zieht man von dem restlichen Betrag noch die Kosten für das Essen, die Kleidung und Unternehmungen ab. Zu diesem Zweck gibt es eine vergleichsweise allgemeingültige Regel - bei einer Person im Haushalt nimmt man 550,- EURO und für jede weitere 350,- EURO. Was jetzt verbleibt ist das frei verfügbare Einkommen.

    Empfehlung: 70 % vom verfügbaren Nettoinkommen = die maximale Kreditrate

    Anfangen jeden Monat zu sparen

    Wenn man einen Kredit eingeht und noch nicht jeden Monat spart, empfiehlt es sich, damit zu starten. Eröffne am besten ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto, wo du jeden Monat 5 % bis 10 % des Nettoeinkommens einzahlst.

    So kann man nicht eingeplante Aufwendungen ohne Probleme tragen, den Kredit unter Umständen schon vorzeitig zurückzahlen oder benötigt nach Ende des Kredits keinen neuen, da nun über ausreichend Eigenkapital verfügt werden kann.

    Vorsicht vor Sonderangeboten

    Auf der Jagd nach neuer Kundschaft lassen sich die Bankinstitute stets neue Kniffe einfallen. Du solltest bei einem Kredit unbedingt beachten, dich nicht von zu geringen Zinsen blenden zu lassen. Achte bei Angeboten immer auf das Beispiel gemäß § 6a PAngV.

    Dieses Beispiel gemäß § 6a PAngV ist bei Krediten mit bonitätsabhängigem Zinssatz vorgeschrieben, um mehr Transparenz zu erlangen. Es gibt jene Zinsen an, die zumindest 2/3 der Kreditnehmer oder einen günstigeren Zinssatz erhalten sollen. Wende diese Angabe an, um den Zinssatz von Krediten zu vergleichen.

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